Messung und Bewertung der Nachhaltigkeitsqualität von Produkten – Eine Initiative österreichischer Unternehmen für die Entwicklung eines praktikablen, einheitlichen Standards im Rahmen von ECR-Austria

Burger E., Giljum S., Hinterberger F. (2008)

Die Themen Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimawandel werden zunehmend in Wirtschaft, Medien und Politik diskutiert. Aus diesem Grund entschied sich die ECR Austria Initiative, die österreichische Plattform für Industrie und Handel, sich verstärkt mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ zu beschäftigten. Die UnternehmensvertreterInnen innerhalb von ECR sind überzeugt, dass bewusste KonsumentInnen – unter der Voraussetzung fundierter Information zur Nachhaltigkeitsqualität der Produkte – „nachhaltige“ Produkte präferieren und damit zur Erreichung der globalen Ziele beitragen werden.

Wie soll ein praktikables, einheitliches Instrument zur Messung und Bewertung der Nachhaltigkeitsqualität von Produkten konkret gestaltet sein?

Hintergrund

Das ECR-Austria Board entschied im Oktober 2007, dass es im Themenbereich Nachhaltigkeit neben einzelbetrieblichen Maßnahmen auch Bereiche gibt, in denen es sinnvoll ist, gemeinsame Ziele und Lösungen für die ECR Mitgliedsunternehmen zu erarbeiten. Das Produkt stellt die Verbindung der Produzenten und des Handels über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg dar. Aus diesem Grund wurde die Messung und Bewertung der Nachhaltigkeit auf Produktebene als gemeinsames Ziel für ECR-Austria formuliert. Es wurde dafür eine ECR-Austria Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, eine standardisierte und umfassende Meßmethode zur Bestimmung der Nachhaltigkeitsqualität (oder –bonität) eines Produktes auf Basis existierender oder in Entwicklung befindlicher Europäischer Normen zu entwickeln. Außerdem sollen transparente und einfache Kommunikationstools der Meßergebnisse für die Konsumenten entwickelt werden. Diese Informationen sollen als Entscheidungshilfe für den Konsumenten dienen.

Ein ExpertInnenteam, bestehend aus Dr. Friedrich Hinterberger (SERI), Dr. Stefan Giljum (SERI), Mag.a Eva Burger (SERI) und Dipl. Ing. Christopher Manstein (Faktor 10 Institut Austria), begleitet und berät die ECR-Austria Arbeitsgruppe bei der Entwicklung eines Standards basierend auf bestehenden und in Entwicklung befindlicher Ansätze.

Ziele und Gegenstand der Pilotstudie

Im Zeitraum von April 2008 bis Juni 2008 wurde im Auftrag von ECR-Austria eine Pilotstudie zur Messung und Bewertung der Nachhaltigkeitsqualität von zwei beispielhaft ausgewählten Produkten durchgeführt.

Die Ziele der Pilotstudie, die zur Erreichung des übergeordneten langfristigen Zieles – Entwicklung einer standardisierten und umfassenden Meßmethode zur Bestimmung der Nachhaltigkeitsqualität eines Produktes – betragen, waren:

• Das Illustrieren der Größenordnung der Indikatoren für ausgewählte Produkte auf Basis realer Daten,
• eine Abschätzung des Aufwands der Datenerhebung für die Unternehmen,
• das Aufzeigen der Stärken und Schwächen der einzelnen Indikatoren, und
• die Identifikation der relevanten Prozessschritte („hot spots“: die Haupteinflussfaktoren auf die Indikatorenergebnisse) an denen Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsqualität ansetzen können.

Die folgenden zentralen (Forschungs-)Fragen wurden im Zuge des Pilotprojektes analysiert:
• Wie geeignet ist das gewählte Indikatorenset zur Bewertung der Nachhaltigkeitsqualität von Produkten?
• Ist das gewählte Indikatorenset auch für andere Produkte anwendbar?
• Wie könnte eine Umsetzung dieser Bewertungsmethode für eine größere Anzahl von Produkten realisiert werden?
• An welchen „hot spots“ können Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit des Produktes ansetzen?

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