Ressourcennutzung und Ressourceneffizienz in Afrika

Diese vergleichende Studie erforscht erstmals den Ressourcenverbrauch und die Ressourceneffizienz in Afrika. Sie wurde von der UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) in Auftrag gegeben und gibt einen Überblick über die aktuellsten Trends und Verteilung von Ressourcenverbrauch und die Entwicklung der Ressourcenproduktivität der letzten 28 Jahre.

Eine Gruppe von 16  Staaten wurde ausgewählt, die zusammen ca. 67 % der afrikanischen Bevölkerung ausmachen, 75% des afrikanischen BIPs und die 75 % der natürlichen Ressourcen in Afrika beinhalteten. Die ausgewählten Staaten decken ressourcenreiche Länder (Südafrika, Algerien) wie auch ressourcenarme Länder (Togo, Senegal) ab. Zusammen repräsentieren die 16 Staaten fast alle afrikanische Ökosysteme und Landnutzungssysteme, von intensiver agrarwirtschaftlicher Produktion bis hin zur extensiven Viehzucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass der afrikanische Kontinent und die Mehrheit seiner Staaten unter dem globalen Durchschnitt liegen, was Materialextraktion pro Kopf, physischen Handel und Materialverbrauch betrifft. Zwischen 1980 und 2008 verdoppelte sich die Extraktion und der Handel in Afrika in absoluten Zahlen, verringerte sich allerdings relativ (im Vergleich mit anderen Weltregionen). Heute konsumiert Afrika zweimal so viele Ressourcen also vor 30 Jahren, was immense Umweltprobleme mit sich brachte. Trotz des steigenden Bevölkerungswachstums sinkt der Materialverbrauch pro Kopf. Mit 5,3 Tonnen pro Kopf liegt Afrika nur bei der Hälfte des weltweit durchschnittlichen Verbrauchs von 10,4 Tonnen pro Kopf im Jahr 2008. Die 13,4 % der Weltbevölkerung, die in Afrika leben, brauchten 2008 nur 5,5 % der weltweit konsumierten Ressourcen.

Die Ressourceneffizienz Afrikas liegt klar unter dem globalen Durchschnitt. Dies lässt sich anhand der landwirtschaftlich dominierten wirtschaftlichen Struktur erklären. Im Durchschnitt stieg die materielle Produktivität zwischen 1980 und 2008 um 51 %. Im Vergleich dazu: die weltweite materielle Produktivität stieg um 38 %. Der Anstieg der Ressourceneffizienz in Afrika hing auch mit den steigenden Rohstoffpreisen zusammen.

Die 16 untersuchten Länder sowie der afrikanische Kontinent waren Netto-Exporteure von Ressourcen im Ausmaß von 266 Millionen Tonnen im Jahr 2008 (2008: 409 Millionen Tonnen, 1980: ca. 169 – 284 Millionen Tonnen). Die Exporte setzten sich hauptsächlich aus fossilen Brennstoffen, Metalle und nicht-metallische Mineralien zusammen. Biomasse trägt zum größten Teil der Netto-Importe bei.

Grafik: Importe und Exporte von Materialien und Produkte der 16 afrikanischen Staaten (“Afrika 16”) und der Rest von Afrika, 1980 -2008

Die Studie “Resource use and resource efficiency in Africa” wird im Frühling 2012 publiziert.

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