Faktor X und die Europäische Union (FX-EU)

Wie Europa zur ressourcen- und energieeffizientesten Ökonomie der Welt werden kann

Dieses Projekt, das von der Aachener Stiftung Kathy Beys finanziert wird, hat drei Hauptergebnisse:

1. Eine Studie über politische Prozesse und Gesetzgebungsinitiativen in der EU, welche zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz in der Europäischen Union beitragen könnten.

2. Ein Background Paper über Indikatoren zum Ressourcenverbrauch in der EU, erarbeitet durch SERI in Zusammenarbeit mit dem Global Footprint Network.

3. Eine Konsenserklärung über die Wichtigkeit nationaler Materialflussrechnungen, unterzeichnet von einer Reihe wichtiger Institutionen die im Bereich der Berechnung von Materialflüssen und Ökologischen Fußabdrücken tätig sind.

1. Die Studie “Faktor X und die Europäische Union”

Heute gibt es nahezu vollen Konsens quer durch das politische Spektrum, dass sich eine Steigerung der Ressourcen- und Energieeffizienz in vielfacher Weise positiv auf die EU auswirken würde. Solch eine Strategie würde Innovation forcieren, die Wettbewerbsfähigkeit steigern, die Umwelt verbessern, Arbeitsplätze schaffen und Geld sparen, welches jetzt für teure Ressourcen- und Energieimporte ausgegeben wird. Außerdem trüge Europa durch die Reduzierung globaler Umweltbelastungen auch zu einer faireren und gerechteren Welt bei und könnte als Beispiel für eine nachhaltige Gesellschaft dienen.
Beim Versuch solch eine Strategie zu fördern erhält man zuerst volle Unterstützung. Geht man aber ins Detail und will man die notwendigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen schaffen steht man einigen Hindernissen und manchmal sogar Ignoranz gegenüber.
Diese Zusammenstellung maßgeblicher politischer Prozesse und Gesetzgebungsinitiativen dient als eine Anleitung dafür, was in der EU gemacht werden könnte und müsste um ein zusätzliches Ziel der Lissabon-Strategie zu erreichen: Europa zur ressourcen- und energieeffizientesten (und somit wettbewerbsfähigsten) Region der Welt zu machen. Diese Studie wurde in Zusammenarbeit mit Martin Rocholl von Friends of the Earth Europe und Kai Schlegelmilch von Green Budget Deutschland ausgearbeitet.

Die vollständig überarbeitete zweite Ausgabe der Studie wurde im Oktober 2006 publiziert und kann hier heruntergeladen werden.

2. Hintergrundpapier “Indikatoren zum Ressourcenverbrauch in der Europäischen Union“

Gemeinsam mit dem Global Footprint Network hat SERI ein Hintergrundpapier über “Indikatoren zum Ressourcenverbrauch in der Europäischen Union: politische Prozesse, Indikatoren-Sets und Kriterien für einen Headline-Indikator“ erarbeitet.

Das Paper fasst maßgebliche politische Prozesse in der EU (wie die EU-Strategie für Nachhaltige Entwicklung und die Lissabon-Strategie) zusammen, prüft bestehende Indikator-Sets hinsichtlich ihrer Bedeutung für Ressourcenverbrauch und -produktivität, beschreibt den neuesten Stand in der Materialflussrechnung und beim Ökologischen Fußabdruck und definiert Kriterien für einen “Headline-Indikator“ für Ressourcenverbrauch auf europäischer Ebene.

Das Paper kann hierheruntergeladen werden.

3. Konsenserklärung: “Tracking Europe’s Natural Resource Consumption”

Die Konsenserklärung wurde von SERI, dem Wuppertal Institut, dem Global Footprint Network und Friends of the Earth Europe entwickelt und wurde bisher von Best Foot Forward, dem Charles University Environment Center und dem Faktor 10 Institut bestätigt und mit unterstützt.

In dieser Erklärung heben wir hervor, dass die Erhaltung einer hohen Lebensqualität einer nach wie vor wachsenden Weltbevölkerung innerhalb der Möglichkeiten eines begrenzten Planeten die Schlüsselherausforderung für unsere Zukunft ist. Physische Berechnungen und davon abgeleitete Indikatoren sind unerlässliche Monitoring- und Analyse-Tools, um Materialflüsse durch unsere Ökonomien zu verstehen und zu managen. Sie sind notwendig für ein ressourcen- und energieeffizientes Europa – eine Region die Naturkapital aufrecht erhält und nicht zerstört.
Wir verlangen, die für Nachhaltigkeitspolitik, -forschung und -kommunikation unerlässliche Materialflussanalyse (MFA) als die Kerninformationsbasis für wissenschaftliche und politische Analysen zu Ressourcenverbrauch und -produktivität zu stärken. Wir unterstreichen, dass eine stabile und gut dokumentierte statistische Basis der Materialflüsse essentiell für viele Kernbereiche der Nachhaltigkeitswissenschaft ist: CO2- und Treibhausgas-Bilanzierung, Ökologische Fußabdrücke, Umweltraum sowie Berechnungen auf dem Mikrolevel (MIPS/LCA).

Außerdem unterstützt die Konsenserklärung die breite Einführung des Gesamten Materialverbrauchs (“Total Material Consumption“, TMC) als einen umfassenden “Headline-Indikator“ für Ressourcenverbrauch auf EU-Ebene. Da die Datenqualität und -verfügbarkeit, im Besonderen für ungebrauchte heimische Entnahme (wie z.B. Abraum im Bergbau) und indirekte Materialflüsse gehandelter Produkte, für viele Länder noch immer schlecht ist, regen wir die Europäische Union dazu an, dieser Forschung höchste Priorität zuzuweisen.

Die Konsenserklärung kann hier heruntergeladen werden.

Publikationen

Factor X and the EU: How to make Europe the most resource and energy efficient economy in the world – A guidebook to policies and legislative initiatives within the European Union – Rocholl, M., Giljum, S. & Schlegelmilch, K. (2006)

Projektpartner


    Projektdauer

    • February 2005 – September 2006



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