E&E Austria

Die Zukunft von Arbeit und Ökologie

Vorstudie für eine ökosoziale Reformstrategie zur Zukunft von Arbeit und Ökologie in Österreich

Seit vor etwa 30 Jahren “Umweltpolitik” zu einem eigenständigen Politikbereich aufgestiegen ist, beschäftigt der Zusammenhang umwelt-,wirtschafts- und sozial-/beschäftigungspolitischer Fragestellungen Wissenschaft und Politik. Beim EU-Gipfel in Barcelona haben die europäischen Staats- und Regierungschefs erstmals 42 Indikatoren präsentiert, anhand derer in der Folge Fortschritte im umwelt-, wirtschafts- und sozial-/beschäftigungspolitischen Bereich gemessen werden. Dabei ist deutlich, dass dieser Prozess erst am Anfang steht: bis zuletzt wurde um die konkrete Festlegung der Barcelona-Indikatoren gerungen, die sich schlussendlich mehr an der Datenverfügbarkeit als an wissenschaftlicher oder politischer Adäquanz orientiert haben, wobei die wissenschaftliche Behandlung einer Integration von Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialpolitik dem realpolitischen Prozess eher hinterher zu hinken scheint.

In einer im Auftrag des Umwelt- und des Wirtschaftsministeriums durchgeführten Pilotstudie wurden zwei Aspekte dieses Zusammenhangs näher untersucht: die wissenschaftlichen Grundlagen für und die gesellschaftlichen Interessen an einer weiteren Forschung zum Thema “Arbeit und Ökologie”. Die befragten Akteure benannten allesamt Themen aus ihrer konkreten Arbeit, in denen umwelt- und arbeitsbezogene Zielsetzungen zusammen kommen. Daraus läßt sich ein Katalog von Fragestellungen ableiten, an denen die relevanten Institutionen konkret interessiert sind und bereits arbeiten: von der Qualität des Arbeitsplatzes über die Mülltrennung im Betrieb bis hin zum Mobilitätsverhalten der ArbeitnehmerInnen.

Im umsetzungsorientierten Teil der Studie wurde eine Vielzahl von Instrumenten vorgeschlagen, die Umweltauswirkungen der Wirtschaftsabläufe in einer ökonomisch verträglichen und beschäftigungssichernden Weise zu reduzieren, wie z.B.:

  • Leitbilder für Arbeit und Ökologie
  • Integrierte Statistiken
  • Subventionsreform
  • Material- und Energiesteuern
  • Arbeitszeitverkürzung
  • Aufwertung und Unterstützung von Nicht-Erwerbsarbeit

Die vorliegende Studie hat gezeigt, dass in Österreich die Voraussetzungen für eine fundierte Behandlung dieser Fragestellungen bereits geschaffen sind und auch das Interesse an den einzelnen in diesem Bereich interessanten Fragestellungen besteht. Basierend auf dem letzten Stand einschlägiger wissenschaftlicher Forschung können damit EntscheidungsträgerInnen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zielgerecht und problemadäquat wissenschaftlich fundierte Grundlagen für ihre Entscheidungen und Beiträge zur Debatte im angesprochenen Bereich zur Verfügung gestellt werden. Der Schritt zur Einbeziehung relevanter politischer Akteure muss aber noch geleistet werden.

Projektpartner


Projektdauer

  • 2001-2002



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