CHILE

Materialflüsse im internationalen Handel – das Beispiel der chilenischen Exportwirtschaft

Dieses Projekt analysiert die Veränderungen im Materialverbrauch der chilenischen Wirtschaft, welche durch die Exportorientierung und aktive Integration in den Weltmarkt in den letzten 30 Jahren verursacht wurden.

Materialflussanalyse (MFA) ist ein international anerkanntes Took zur Messung von Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Umwelt und zur Berechnung von Indikatoren menschlichen Drucks auf die natürliche Umwelt.

In diesem Projekt werden erste Schritte zur Erstellung einer nationalen Materialbilanz für Chile unternommen. In the 1970er Jahren war Chile das erste lateinamerkanische Land, welches einen Prozess der ökonomischen Transformation in Richtung aktiver Integration in den Weltmarkt initiierte. Dieser Prozess war von Liberalisierungen und Deregulierungen nationaler Märkte und der Privatisierung formals staatlicher Betriebe begleitet. Einerseits weisen Ökonomen oft auf den wirtschaftlichen Erfolg dieses neo-liberalen, export-orientierten Wirtschaftsmodells hin, welches durch hohe Wirtschaftswachstumsraten und niedrige Inflation gekennzeichnet ist. Andererseits war Chile’s „Wirtschaftswunder“ hauptsächlich auf den Export von Primärprodukten (wie Metalle und landwirtschaftliche Produkte) begründet, was zu erhöhten Umweltproblemen und verschärfter sozialer Ungleichheit führte. Allgemeines Ziel dieses Projektes ist daher, diese Restrukturierung der chilenischen Wirtschaft aus der Perspektive der Ressourcennutzung im Zeitraum von 1973 bis 2000 zu analysieren.

Die Hauptthemen sind dabei:

  • Berechnung und Analyse der wichtigsten MFA Indikatoren für den gewählten Zeitraum
  • Quantifizierung der Materialerfordernisse zur Produktion von Exportprodukten und Vergleich dieser mit dem Materialverbrauch der heimischen Bevölkerung
  • Weiterentwicklung von Indikatoren für den „materiellen Wohlstand“ von Gesellschaften
  • Analyse dieser MFA Indikatoren in Relation zu sozio-ökonomischen Indikatoren wir BIP und Bevölkerung, um Ressourcenproduktivitäten zu berechnen
  • Diskussion möglicher Beiträge von Materialflussanalysen zu Debatten um „ökologische ungleichen Tausch“ und „ökologsiche Schulden“ sowie um „Freinhandel versus Umweltprotektionismus“

Die Ergebnisse zeigen, dass der Materialinput der chilenischen Wirtschaft um einen Faktor 6 angestiegen ist, hauptsächlich verursacht durch die Förderung ressourcenintensiver Exporte aus den Sektoren Bergbau, Obstanbau, Forst- und Fischereiwirtschaft. Mit mehr als 40 Tonnen liegt der Ressourcenverbrauch pro Kopf in Chile unter den höchsten Verbräuchen weltweit.

Kontakt

Projektpartner


Projektdauer

  • Oktober 2001 – Februar 2002

Kunde

  • gefördert von der Universität Wien


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