Was wurde eigentlich aus … Gabriela Christler?

2003 – Das SERI Angebot: Ich habe Fritz Hinterberger in der elternverwalteten Kindergruppe mit dem schönen Namen „Verein zur Entwicklung alternativer Verhaltensweisen“ kennengelernt. Es handelt sich dabei um eine der ersten elternverwalteten Kindergruppen Wiens, die immer noch existiert, sich allerdings in der Zwischenzeit in „Farbklecks“ umbenannt hat. Ich hatte gerade mein Germanistik/Anglistik-Studium abgeschlossen und war auf Jobsuche, als ich das Angebot von Fritz erhielt, die Administration des jungen SERI zu übernehmen. Für eine Deutsch-Lehrerin ein eher gewagtes Unternehmen…

Nichtsdestotrotz wurden daraus höchst erfolgreiche 7 Jahre der Zusammenarbeit als Managerin und geschäftsführende Gesellschafterin mit den vielen jungen, engagierten und immer unterstützenden Kolleginnen und Kollegen. Diese gegenseitige Unterstützung am SERI war einzigartig und zusammen mit dem rund-um-die-Uhr-Einsatz von Fritz Hinterberger ausschlaggebend für den Erfolg des Instituts. Ich habe ein derart hohes Maß an Kooperation und persönlichem Einsatz aller MitarbeiterInnen weder vorher noch nachher jemals erlebt. Fast alle Aufgaben, die ich in den 7 Jahren übernommen habe, habe ich an Ort und Stelle durch das unerschütterliche Vertrauen von Fritz und die bedingungslose Unterstützung der SERI-KollegInnen erlernt. Es war eine turbulente Zeit, die ich nicht missen möchte und für die ich allen beteiligten Kollegen und Kolleinnen auch an dieser Stelle nochmals herzlich danken möchte. Und dennoch – Ende 2010 erreichte die Arbeitsintensität am SERI eine Dynamik, die mich bewog, innezuhalten und nach neuen Aufgaben zu suchen. Es war keine leichte Entscheidung.

Nach einem kurzen Intermezzo als Trainerin für Deutsch als Fremdsprache am WIFI Wien habe ich 2012 bei der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) als Programm-Managerin angeheuert. Ich habe dort in den Programmen Talente und Forschungspartnerschaften gearbeitet. Da ich die FFG bereits von meiner Arbeit am SERI kannte, war ich sehr neugierig, diese spezielle österreichische Förderagentur, die österreichische Forschungsgelder in der angewandten Forschung vergibt und verwaltet, von innen kennenzulernen. Der Förderschwerpunkt Talente fördert Projekte und Kooperationen an der Schnittstelle Bildung – Forschung – Wirtschaft von Kindergartenkindern über SchülerInnen, StudentInnen und DissertantInnen bis hin zu Forschungsprofis. Ein Schwerpunkt liegt insbesondere auf der Förderung von Mädchen und Frauen in Naturwissenschaft und Technik. Das Programm Forschungspartnerschaften, das ich aufgebaut habe, fördert Dissertationen im Bereich von Naturwissenschaft und Technik, wobei die DissertantInnen in einem Unternehmen oder einer außeruniversitären Forschungsinstitution angestellt sind und ihre Dissertation an der Universität in Kooperation mit dem Unternehmen realisieren – eine sehr anspruchsvolle Variante. Die Arbeit in der FFG war spannend und abwechslungsreich, mit vielen sehr netten Kolleginnen und Kollegen. Aber nach knapp 3 Jahren ist meine rudimentär ausgeprägte Beamtenseele dem Wunsch nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit (von ChefInnen) unterlegen. Ich wollte neue Wege gehen.

2016 – Genossenschaft mit Gemeinwohlcharakter: Ende 2015 gab es ein weiteres berufsentscheidendes Treffen mit Fritz Hinterberger, wo ich von der Idee einer gemeinwohlorientierten Genossenschaftsbewegung erfuhr www.rueckenwind.coop . Als Kärntner Bergbauerntochter war mir die Idee und Bedeutung von Genossenschaften für das ländliche Zusammenleben wohlbekannt und so habe ich beschlossen, eine gemeinwohlorientierte Genossenschaft für Sprache und Integration zu gründen. Es geht dabei um den jahrelangen Prozess der Integration und das friedliche Zusammenleben von Menschen in der österreichischen Gesellschaft. Dafür braucht es eine große Vielzahl an Ideen und Initiativen, angefangen von Sprachkursen über Kontaktmöglichkeiten bis zu Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Entscheidend für den Erfolg meiner Genossenschaft wird sein, ob es gelingt, ausreichend viele junge Menschen zu finden, die die Idee tatkräftig unterstützen, verbreiten und kreativ weiterentwickeln.

 

Highlight: Ernährung


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