Rückblick: SERI-Netzwerkabend “Finanzierung für die Nachhaltigkeit – Crowdinvestment und neue Genossenschaftsbewegung” mit Heini Staudinger u. a. – 05. Okt. 2015

Am 03. Oktober fand in den Räumen des SERI zum wiederholten Mal ein Netzwerkabend statt. Das Thema war dieses Mal: „Finanzierung für die Nachhaltigkeit – Crowdinvestment und neue Genossenschaftsbewegung”.

Den Einstieg machte Raimund Dietz. Eine der zentralen Aussagen seines Beitrags: „Die Bürgergesellschaft muss endlich Kompetenz über eines ihrer zentralen Medien erlangen.“ Neben der Erläuterung von Problemen, wie der von ihm negativ beurteilten massiven Geldschöpfung durch Privatbanken, machte er aber auch klar, dass „Geld als zivilisatorische Chance“ der Menschheit viele Möglichkeiten und vor allem Freiheiten eröffne. (Siehe das Manuskript seines Vortrages hier.)

Dem folgend berichtete Heini Staudinger (GEA) von seinen Erfahrungen mit Banken, privaten Finanziers und der Finanzmarktaufsicht FMA. Mit viel Witz und Emotion, zeichnete er seine persönlichen unternehmerischen Erfahrungen mit Geld nach, während er auch immer wieder auf einen seiner Firmen-Grundsätze pochte: Hab keine Angst! – oder im O-Ton: „Scheiß di net aun!“

Nach diesen Einführungsstatements, präsentierten sich schließlich vier Unternehmen und ihre jeweiligen Crowdfunding-Projekte. Neben Fritz Hinterberger für SERI, sprachen so auch Lisa Muhr von „Göttin des Glücks“, Ernst Gugler vom „gugler* Kommunikationshaus“ und Sepp Eisenriegler vom „Reparatur- und Servicezentrum (R.U.S.Z.)“.

Fritz Hinterberger präsentierte 3 Projekte, mit denen SERI 2015/16 in die Zukunft investieren möchte: ein neues Modell für die österreichische Wirtschaft, die Weiterentwicklung des more-tools sowie das Onlinejournal N21 (Details siehe hier).

Lisa Muhr präsentierte die Crowdfunding-Kampagne der „Göttin des Glücks“, bei der für insgesamt sechs verschiedene Finanzierungsprojekte Geld gesammelt wird. Die Vorhaben des fairen Modelabels  reichen von „Regionaler Produktion“ bis hin zum „Kindertheater jooloomooloo“ bei dem Kinder spielerisch lernen sollen, wie ein T-Shirt produziert wird und wie sich Bio-Baumwolle von ihrem „herkömmlichen“ Pendant unterscheidet. Die Präsentation finden Sie hier.

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Ernst Gugler teilte seine Vision eines „Campus für authentische Kommunikation und Greenmedia“. Bei „gugler*“ findet neben Markenkommunikation und Branding vor allem nachhaltiger Druck statt, weltweit ist man die erste Cradle to Cradle-zertifizierte Druckerei. Ein neuer „greenmedia Campus“ soll diese Prinzipien der Kreislaufwirtschaft nun auch in der Produktionsstätte auf eine neue Ebene heben. Neben „klassischen“ Finanzierungsmethoden sucht man hier nun  auch Crowdfunding-Unterstützung. Die Präsentation finden Sie hier.

 Sepp Eisenriegler präsentierte seinen Plan, Waschmaschinen an Privathaushalte zu vermieten: Nutzen statt Besitzen in der Praxis. „Länger nutzen statt öfter kaufen“. Dafür würden die Geräte aber auch fachgerecht und regelmäßig gewartet und repariert. Außerdem stellte er dar, wie genau diese selbstverständlich wirkende Arbeit bewusst von den Herstellern eingeschränkt wird und plädierte für mehr Transparenz und Kooperation mit Reparaturzentren wie dem R.U.S.Z. Die Präsentation finden Sie hier.

Wie immer beim SERI-Netzwerkabend führte das vielfältige Programm zu intensiven Diskussionen bis in den späten Abend. Wir werden, mit einigen der Protagonisten des Abends das Thema weiter vertiefen und für unsere Projekte engagieren. Außerdem engagieren wir uns in der Initiative für einen neuen Genossenschaftsverband (www.rueckenwind.coop) und überlegen, eine SERI- und/oder N21-Genossenschaft zu gründen.

Materialien der Vortragenden:

 

Highlight: Ernährung


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