Die Europäische Kommission greift SERI-Vorschlag für Indikatoren zum Ressourcenverbrauch auf

Am 20. September präsentierte die Europäische Kommission ihren neuen „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“. Es ist das detaillierte Strategiepapier zur Umsetzung der Politikziele der EU im Bereich Ressourceneffizienz für die nächsten Jahre. In diesem Papier greift die EU einen Vorschlag auf, den SERI gemeinsam mit Friends of the Earth (FoE) eingebracht hat. Vorgeschlagen wurde die Messung der Entwicklung der Ressourceneffizienz in der EU mithilfe von 4 Indikatoren, welche die Schlüsselkategorien unserer Nutzung an natürlichen Ressourcen messen, nämlich Materialien, Wasser, Land und Treibhausgasemissionen.

Seit 3 Jahren arbeitet SERI gemeinsam mit Friends of the Earth an der Entwicklung von Indikatoren zur Messung von Europas Ressourcenverbrauch. In diesem Zusammenhang entwickelte SERI ein Indikatorenset, mit dessen Hilfe sowohl der Ressourcenverbrauch in Europa als auch der durch Europa verursachte Ressourcenverbrauch in anderen Teilen der Welt (siehe den Report für FoE und die entsprechende wissenschaftliche Publikation) genau gemessen werden kann.

Dieses Indikatorenset basiert auf früher entwickelten Konzepten wie Umweltraum, MIPS (Materialinput pro Serviceeinheit), TMR (Total Material Requirement) und so-genannten Fußabdruck-Indikatoren und bezieht Indikatoren ein, die bereits existieren oder gerade entwickelt werden.

Im neuen “Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa” greift die Europäische Kommission den Vorschlag von SERI auf dieses Indikatorenset anzuwenden, welches den Verbrauch von Materialien, Wasser, Land und Treibhausgasemissionen misst.

Zitat aus dem Papier (Seite 25):“Die Kommission erkennt jedoch an, dass sofort mit der Messung der Fortschritte begonnen werden muss, und schlägt daher als vorläufigen Leitindikator die Ressourcenproduktivität, gemessen als Verhältnis des BIP zum inländischen Materialverbrauch, ausgedrückt in EUR/Tonne, vor. Dabei stünde ein hohes Verhältnis für bessere Leistung, d. h. Wachstum, bei dem relativ betrachtet weniger Ressourcen verbraucht werden. Damit werden jedoch nur die Aspekte der materiellen Ressourcen erfasst; andere Ressourcen oder die mögliche
Verlagerung der Belastung in andere Länder bleiben unberücksichtigt. Da dieser vorläufige Leitindikator nur ein unvollständiges Bild vermittelt, sollte er ergänzt werden durch eine ganze „Anzeigetafel“ von Indikatoren für Wasser, Land, Werkstoffe und Kohlenstoff sowie Indikatoren, die Umweltbelastungen und unser Naturkapital oder die Ökosysteme messen und dabei die globalen Aspekte des Verbrauchs in der EU berücksichtigen.“

Das bedeutet einen großen Erfolg für unsere Arbeit im Bereich Indikatorentwicklung und Messung unseres Ressourcenverbrauchs. Ebenso ermöglicht es uns, die EU-Debatte weiter in diese Richtung zu lenken mit dem Ziel einer absoluten Reduktion unseres Ressourcenverbrauchs und dessen globalen Umwelt- und sozialen Auswirkungen.

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