SERI berechnete „ökologische Rucksäcke“ für das neue REWE-Nachhaltigkeitslabel ProPlanet

Gemeinsam mit Caritas und GLOBAL 2000 hat die REWE Group ein Verfahren zur Bewertung und Kennzeichnung der Nachhaltigkeit konventionell hergestellter Lebensmittel entwickelt. Mit dem PRO PLANET Label werden solche Produkte gekennzeichnet, die die Umwelt während ihrer Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung deutlich weniger belasten und deren Produktionsbedingungen internationalen sozialen Standards entsprechen. Als Orientierungshilfe für nachhaltigeren Konsum signalisiert es dem Konsumenten, dass die Produkte einen messbaren Beitrag zum nachhaltigeren Umgang mit natürlichen Ressourcen leisten. Als erstes PRO PLANET Produkt sind ab sofort bei BILLA, MERKUR, PENNY und ADEG österreichische Erdbeeren erhältlich, die den aufwendigen Prüfprozess erfolgreich durchlaufen haben und außerdem besonders ressourcenschonend verpackt sind.

SERI hat als wissenschaftlicher Partner in diesem Projekt das Konzept zur ökologischen Nachhaltigkeitsbewertung mitentwickelt und die entsprechenden Berechnungen durchgeführt.

Basis des Prozesses ist die Bewertung von Nachhaltigkeitsindikatoren, insbesondere jener des sogenannten “ökologischen Rucksäcke”, welche von SERI exemplarisch berechnet wurden. Für die gesamte Kette von Produktion, Lagerung, Verpackung und Transport werden dabei folgende Indikatoren analysiert: Wasserverbrauch, Flächenbedarf, Nutzung von nicht-erneuerbaren Ressourcen (abiotischer Materialeinsatz), Nutzung natürlicher Rohstoffe (biotischer Materialeinsatz) und Treibhausgasemissionen. Über den “ökologischen Rucksack” hinaus werden einige rein landwirtschaftliche Indikatoren gemessen: Stickstoffbilanz, Phosphor-Bilanz, Humusbilanz und Pflanzenschutzintensität.

Erstmals kommen im Zuge dieses Prozesses sowohl hohe Anforderungen an die Umweltverträglichkeit eines Produktes als auch eine strenge Prüfung der sozialen Standards beim Hersteller zur Anwendung. Dabei werden ökologische und soziale Probleme im Lebenszyklus eines Produktes – die sogenannten Hot Spots – analysiert und von uns in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Expertenbeirat bestehend u.a. aus Caritas und GLOBAL 2000 maßgeblich verringert oder gar aufgelöst.

Die Erhebung der sozialen Verträglichkeit eines Produkts stützt sich im Rahmen des REWE Group Labeling-Prozesses bei Obst und Gemüse in Österreich auf bestehende Zertifizierungssysteme und wird unter starker Einbeziehung der Caritas durchgeführt. Für große Lieferanten

kommt dabei der internationale Menschenrechtsstandard SA8000 der Social Accountability International zur Anwendung, bei dem von Prüfeinrichtungen wie dem TÜV parallel zum Qualitätsmanagementsystem auch die Einhaltung sozialer Mindeststandards überprüft wird. Für kleinere Produktionsbetriebe kommt der international anerkannte Standard GLOBAPGAP Risk Assessment on Social Practices (GRASP)zur Anwendung, im Zuge dessen bei landwirtschaftlichen Betrieben eine Einschätzung der sozialen Praxis durch unabhängige Prüfeinrichtungen vorgenommen wird.

Detaillierte Informationen zum Prüfverfahren und zu allen Produzenten der nachhaltigen PRO PLANET Erdbeeren finden Konsumenten auf der neueingerichteten Website www.proplanet-label.at. Im Spätsommer werden voraussichtlich weitere Produkte aus dem Bereich Obst und Gemüse folgen, mittelfristig auch aus anderen Warengruppen.

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