Flucht vor dem Klimawandel

Frühmann, J., Warner, K., (2008): Artikel im Magazin Klimabündnis (Ausgabe 08/03 im Oktober 2008)

Änderungen im Weltklimasystem haben die Migrationsmuster der Menschen seit Jahrtausenden beeinflusst. Schon die Wikinger waren ein migrationsfreudiges Volk. Im neunten Jahrhundert n. Chr. entdeckten sie eine große lnsel im Nordatlantik, die sie später Crönland (,Crünland’) nannten. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass dieser Name keine Übertreibung war – Europa befand sich zu dieser Zeit in einer Warmphase. 5oo Jahre danach entwickelte sich eine Kaltzeit und die Wikinger waren gezwungen, Grönland aufzugeben.

Heute würden wir sagen, sie emigrierten in südlichere Gefilde. Das Klima beeinflusst die Menschheit seit jeher und löste mehrere Völkerwanderungen aus. Dieser Einfluss ist bis heute
ungebrochen – auch wenn die Zusammenhänge weitaus komplexer und der menschliche Einfluss auf den Naturraum deutlich größer gworden sind. Der aktuelle globale Wandel ist dramatisch.

Noch nie lebten soviele Menschen auf unserem Planeten. Der Druck der Menschheit auf die natürlichen Systeme der Erde ist enorm, wodurch Umweltveränderungen entstehen bzw.
verstärkt werden. Klimaerwärmung, Meeresspiegelanstieg, Artensterben, Bodenverwüstung und Umweltverschmutzung sind einige der Folgen. Gleichzeitig leben deutlich mehr Menschen in
potentiell gefährdeten Lebensräumen. Laut UNEP liegen 21 der 36 Megacities in Küstenregionen, weltweit leben 100 Millionen Menschen nur maximal einen Meter über dem – derzeit ansteigenden – Meeresspiegel. Eine der logischen Folgen: Migration – eine erprobte (Über-) Lebensstrategie des Menschen.

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