Freier Handel, nachhaltiger Handel – ein Widerspruch? Hintergrundpapier für die Debatte um Handel und nachhaltige Entwicklung nach Johannesburg – A study of the Sustainable Europe Research Institute on behalf of the Heinrich-Böll-Stiftung

Döppe, T., Giljum, S., Hammer, M., Hinterberger, F., Luks, F., Schnepf, D. & Spangenberg, J. (2002)

World Summit Papers No.21. Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin. (Free Trade, Sustainable Trade – a Contradiction?).

Dieses Hintergrundpapier befasst sich mit der laufenden Debatte um Freihandel versus nachhaltiger Handel. Ziel des Papiers ist es, Gegensätze dieser beiden Konzepte aufzuzeigen und Vorschläge zu liefern, wie das gegenwärtige System des „freien Handels“ in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung reformiert werden könnte. Das Ergebnis dieser Diskussion wird am Ende des Papiers in zehn Thesen zusammengefasst. Die als Globalisierung bezeichnete Vertiefung und Beschleunigung internationaler Arbeitsteilung hat sowohl positive als auch negative ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen. Die ideologisierte Forderung nach „freiem Handel“ wird weder der mehrdimensionalen Zielsetzung einer nachhaltigen Entwicklung gerecht, da sie sich ausschließlich auf ökonomische Aspekte bezieht, noch spezifiziert sie die Bedingungen positiver wie negativer Effekte. Deshalb ist eine Diskussion über die Rahmenbedingungen dringend nötig, und darüber, in welchen Wirtschaftssektoren eine Liberalisierung angebracht ist, und in welchen andere Maßnahmen bessere Ergebnisse versprechen. Eine Welt der Ungleichheit und Ungerechtigkeit ist mit Nachhaltigkeit nicht vereinbar. Ungleichheit ist jedoch in ökologischer (Ressourcenverbrauch), wirtschaftlicher (Wettbewerb, Technologie) und sozialer (Einkommen, Arbeitsbedingungen) Hinsicht zentrale Eigenschaft der aktuellen Globalisierungsprozesse. Dies zeigen auch die in diesem Papier erörterten Fallbeispiele. Nachhaltiger Handel im 21. Jahrhundert ist möglich, bedarf aber einer grundlegenden Umorientierung der Handelspolitik auf das Ziel einer sozioökonomischen und ökologischen Entwicklung. Diese Entwicklung muss einerseits die Erhöhung des Wohlstands vor allem der derzeit marginalisierten Teile der Weltbevölkerung gewährleisten und andererseits die Lebenschancen kommender Generationen wahren.

Download PDF

Leave a Reply

*

 

Highlight: Ernährung


SERI Newsletter | Archive
* required field