Zu wenig Schulplätze in Mehrstufenklassen – Petition jetzt unterschreiben!

Eine aktuelle Petition, initiiert von der Elterninitiative Integrative Lernwerkstatt Brigittenau, fordert die Abdeckung der Nachfrage nach dieser Schulform, Mehrstufenklassen mit reformpädagogischer Ausrichtung.

Petition jetzt hier unterschreiben!

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Was sind Mehrstufenklassen?

In Mehrstufenklassen werden Kinder im Volksschulalter, also von der “nullten” (Vorschulstufe) bis zur vierten Schulstufe gemeinsam in einem Klassenverband unterrichtet.

  • Viele Mehrstufenklassen sind darüber hinaus auch noch integrativ geführt und werden auch von Kindern mit erhöhtem sonderpädagogischem Förderbedarf besucht.
  • Kinder mit so unterschiedlichen individuellen Bedürfnissen können naturgemäß nicht “frontal” (das heißt: zur gleichen Zeit mit denselben Inhalten) unterrichtet werden. Unser Anliegen ist es, den Unterricht in den Mehrstufenklassen an den Bedürfnissen der Kinder zu orientieren. Unsere Hilfsmittel dazu beziehen wir aus verschiedenen “klassischen” reformpädagogischen Richtungen sowie aus anderen fortschrittlichen pädagogischen Entwicklungen.
  • Dem vermehrten Aufwand in der Planung und Durchführung des Unterrichts in so heterogenen Lerngruppen wird dadurch Rechnung getragen, dass in Mehrstufenklassen in unterschiedlichem Ausmaß für Teile des Unterrichts eine zweite Lehrerin / ein zweiter Lehrer arbeitet. In integrativ geführten Mehrstufenklassen unterrichtet darüber hinaus noch eine Sonderpädagogin / ein Sonderpädagoge.
  • Sind Kinder aufgrund ihres individuellen Lerntempos trotz bestmöglicher individueller Förderung nicht in der Lage, die Unterrichtsziele der Volksschule nicht in den üblichen vier Jahren zu erreichen, haben sie das Recht, ein weiteres Jahr im Klassenverband zu verbleiben. Es kommt zu keiner Rückstellung oder Aussonderung!

Sie können die gesamte, offizielle Schulversuchsbeschreibung im pdf-Format herunterladen. Eine Auflistung aller Schulversuche in Wien finden Sie hier: Schulversuchsbroschüre 06/07 (Lehrerweb) oder auf der Seite des Stadtschulrates für Wien.

(vgl. http://home.schule.at/teaching/msk/index.htm)

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Welche Vorteile haben Mehrstufenklassen?

  • Der Zeitdruck ist geringer, weil nicht alle zur selben Zeit das Ziel erreichen müssen.
  • Die Kinder und Jugendlichen sind wirklich wissbegierig, weil die älteren als Vorbild gelten.
  • Man freut sich über das, was man kann, weil man es wieder an andere weitergeben kann.
  • Durch die gegenseitige Unterstützung flammen kaum Konkurrenzkämpfe auf, es wird schon sehr bald das Element der sozialen Kompetenz integriert und es bleibt genügend Platz damit sich jede Persönlichkeit frei entfalten kann.
  • Während in einer herkömmlichen Klasse Kinder, für die der durchgemachte Stoff zu schwer oder ungeeignet ist, die Klasse wiederholen müssen (mit entsprechender Stigmatisierung, Demütigung, Demotivation und Isolation), verbleiben in der Mehrstufenklasse auch leistungsschwache Kinder in der gewohnten Gruppe, beim gewohnten LehrerInnenteam und erhalten dort ein entsprechend vielfältiges Angebot. Sie finden auch (oft jüngere) PartnerInnen, mit denen sie gemeinsam Dinge erarbeiten können.
  • Ebenso werden besonders leistungsfähige Kinder nicht unterfordert und auf diese Weise demotiviert. Sie können unter anderem auch mit älteren Kindern mitarbeiten.
  • Starre Rollen als „Nachzügler“, „Behinderter“, „Klassenprimus“, werden so vermieden, da die Vielfalt der Kinder auch Vielfalt an Beziehungen zu anderen Kindern ermöglicht als SpielgefährtIn, als “MitlernerIn” auf ähnlichem Niveau, als HelferIn, MentorIn, TutorIn, als jener, dem geholfen wird,…
  • Diese Vielfalt entspricht auch eher allen außerschulischen Gruppierungen: Wo sonst werden Menschen nach Jahrgängen in Gruppen eingeteilt und dann nach der durchschnittlichen Leistung eines Jahrganges beurteilt?

(vgl. http://home.schule.at/teaching/msk/index.htm)

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Mehr Infos auf: http://home.schule.at/teaching/msk/index.htm und http://www.stangl.eu/paedagogik/artikel/mehrstufenklassen.shtml

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