(Deutsch) Nachhaltigkeit in der Europäischen Union

Ein wirtschaftsbezogener Vergleich nationaler Strategien

Pirgmaier, E. (2006)

Das Schlagwort Nachhaltigkeit hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten zum ambitionierten Leitbild zukunftsfähiger Entwicklung etabliert. Während der Fokus in den Anfangsjahren auf der Formulierung allgemeiner Zielsetzungen lag, geht es in der aktuellen Debatte verstärkt um die konkrete Implementierung der festgelegten Ziele. Das Review der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie 2004-2005 trägt dieser Entwicklung Rechnung. Die Initiative für eine Überprüfung der bestehenden Strategie aus 2001 kam von der Kommission und wurde vom Rat im Juni 2006 beschlossen.

Durch die Verknüpfung der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie mit der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung wird die Rolle der Wirtschaft auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft doppelt betont. Beide Strategien vereint ein gemeinsames Ziel: fundierte Grundlagen für eine ökosoziale Marktwirtschaft in den Mitgliedstaaten zu schaffen, nämlich Rahmenbedingungen, die faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen garantieren und sozialer Gerechtigkeit sowie Umweltbelangen Rechnung tragen. Während die Lissabon- Strategie auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Steigerung des Wirtschaftswachstums für mehr Beschäftigung fokussiert, bildet die europäische Nachhaltigkeitsstrategie sozusagen den übergeordneten Rahmen. Die Rolle der wirtschaftlichen Entwicklung wird meines Erachtens nicht nur anerkannt, sondern eine florierende Ökonomie als unerlässliche Antriebskraft für Nachhaltigkeit betrachtet. Durch die
wechselseitige Ergänzung der beiden Strategien sollen Synergieeffekte nutzbar gemacht werden.

Dass die Wirtschaft einen wesentlichen Beitrag zum Vorantreiben nachhaltiger Entwicklung beitragen kann und soll ist unbestritten. Grundsätzlich beinhalten alle nationalen Strategien dieselben wegweisenden Leitziele für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, einerseits um mit der Strategie auf EU-Ebene konform zu gehen, andererseits dem Umstand Rechnung tragend, dass auf globalen Märkten alle Industrienationen dieselben Herausforderungen zu bestreiten haben. In welcher Weise Unternehmen politisch in den Gestaltungsprozess einbezogen werden, wie sie sich in Zielformulierungen wiederfinden und welches Verständnis von Wirtschaft in den Nationalstaaten vorherrscht, wird sich allerdings unterscheiden. Aufgrund national verschiedener Anschauungen vermute ich Differenzen in den Strategieelementen. Das Interesse für den Umfang dieser Abweichungen gibt Anlass für die Analyse einiger ausgewählter Nachhaltigkeitsstrategien.

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