Utopia

utopia.gifIch bin jetzt Utopistin.

Na, eigentlich war ich das schon immer. Nur jetzt ist es offiziell: ich bin Utopistin Nr. 17.690 in einem virtuellen Land namens – welch Überraschung – Utopia.

Für den Zukunftsforscher Robert Jungk waren Utopien der Antrieb für soziale Erfindungen in einer wünschenswerten Zukunft. Durch Förderung der Phantasie verhindern sie das Versinken in Passivität und Resignation. Und obwohl Utopien als nicht erreichbare Wunschvorstellungen gelten, wird in Utopia paradoxerweise dennoch an die Umsetzung von Utopien geglaubt. Da schwirren zig Wünsche und Ideen von einer besseren Welt herum – vom anspruchsvollen Traum “2030 – renewables worldwide” über bodenständigere Forderungen wie “Umwelterziehung an Grundschulen” und “Weltweite Abrüstung” bis zu kreativen Ideen für den Alltag à la “Weniger heizen, stattdessen dicke, schicke Pullis” und “Mehr gute Laune. Macht unglaublich produktiv.” Was alle Utopien und Beiträge in Utopia gemeinsam haben: sie fordern die Diskussion heraus, regen zum Nachdenken an und erzeugen durch das wunderbare Gefühl von Gemeinsamkeit die nötige Motivation, die Realisierung unserer Utopien und Visionen selbst in die Hand zu nehmen.

“Ohne Ort” bedeutet das aus dem Griechischen stammende Wort “Utopie”. Utopia ist als virtuelle Plattform tatsächlich ohne physischen Ort. Durch die Vernetzung von Gleichgesinnten findet Utopia jedoch Platz in tausenden Köpfen, brütet dort Ideen aus und erzeugt dadurch eben jenen Antrieb für soziale, ökologische, praktische und notwendige Erfindungen in einer wünschenswerten Zukunft.

Eine großartige Initiative.

www.utopia.de – eine Internetplattform für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil

3 Comments to Utopia

  1. Friday July 11th, 2008 at 12:38 PM | Permalink

    Ich bin ja auch bei der Plattform angemeldet und finde die Leute haben das klasse gemacht. Schöne Marke, tolle Umsetzung etc. Der Erfolg gibt ihnen recht.

    Dennoch: Muss diese “bessere Welt” immer mit einer Utopie gleichgesetzt werden? Ich weiß, ich sehe das sicher zu eng, aber es auch ein Statement, das uns und die Gesellschaft beeinflusst, wenn man immer von “könnte”, “würde” und “sollte” spricht und nicht beginnt so zu kommunizieren, als ob der Wandel schon geschieht. Und in diesem Falle ist es keine Utopie mehr.

    PS: Auch wenn das Wort – wie oben erwähnt – “kein Ort” bedeutet, so verstehen es doch 99% als eine Traumvorstellung.

  2. fritz's Gravatar fritz
    Monday July 14th, 2008 at 03:07 PM | Permalink

    In der Tat! Der “manmüsste” ist schliesslich in jedem Betrieb der ineffizienteste Mitarbeiter.

    Besser wäre: “Vision”. Was für den/die einzelnen gilt, gilt für alle zusammen erst recht. Wo unsere Träume und Telente mit den Bedürfnissen der Welt zusammen kommen, dort liegt unsere Berufung (siehe http://www.esgehtumwas.at/2008/05/14/was-ist-meine-berufung/).

    Oder anders gesagt: nur was man gern macht, macht man gut. Und das viele, das, was sie tun müssen (oder gleuben zu müssen) nicht gern tun, ist ja mittlerweie offensichtlich (siehe http://www.esgehtumwas.at/2008/03/11/gute-arbeit-schlechte-arbeit/).

    Warum eigentlich? Das Leben ist zu kurz, um etwas zu tun, was man nicht gern macht. Und dann müßten, NEIN: müssen wir’s nur mehr gemeinsam GUT machen!

  3. axel's Gravatar axel
    Thursday August 21st, 2008 at 06:36 PM | Permalink

    Sehr gut beobachtet: Die Idee und die Umsetzung sind toll, aber warum Utopia? Ist doch alles wunderbar greifbar, menschlich, real worüber auf den Seiten geschrieben wird.
    Ich muss bei Utopia berufsbedingt übrigens immer an Fahrräder denken: http://www.utopia-velo.de Real existierende Fahrräder für die Ewigkeit und einen nachhaltigen Mobilitätsstil im Alltag.

Leave a Reply

*

 

Highlight: Ernährung


SERI Newsletter | Archive
* required field