Was wurde eigentlich aus … Stefanie Schabhüttl?

2007 – Kommunikation (These): Ich, 27, Ökologie-Studentin mit Begeisterung (und ein bisschen Talent) für Sprachliches und Gestalterisches bekomme die Chance, SERIs Öffentlichkeitsarbeit neu zu denken und umzusetzen. Neue Website, Newsletter, Blog, Broschüren & Co.: Schreiben! Kommunizieren! Visionäre Modelle und zukunftsfähige Ideen vermitteln. Mein Traum! Mein Traum? Ein Traum. Meine Zeit bei SERI ist lehrreich, abwechslungsreich, eindrucksvoll. Doch wie der viel zitierte Doktor Faustus fand ich mich in einem inneren Dilemma, denn „zwei Seelen wohn[t]en, ach! in meiner Brust“. Und während die eine zwar bei SERI bestens bedient wurde, drängte die andere immer mehr ins Rampenlicht …                                                       

2009 – Wissenschaft (Antithese): Ich, 29, Ökologie-Diplomandin und um viele nachhaltige (!) Erfahrungen bereichert, tausche Photoshop, CMS und das „Übersetzen“ massentauglicher Nachhaltigkeitsthemen gegen Schlauchboot, Mikroskop und die kleine akademische Fachwelt der Gewässerforschung. Naturwissenschaft, ich komme! Die Kommunikation der Nachhaltigkeitsdebatte? Erscheint mir zu diesem Zeitpunkt zu breit, nicht greifbar genug und zu Schreibtisch-gebunden. Ich will selbst forschen und erkunden, in den Fußstapfen großer Entdecker meinen eigenen Beitrag zur Erkenntnissteigerung der Menschheit leisten – anstatt weiterhin die Beiträge anderer in verdauliche Pakete zu packen. Und so beschränkt sich das Sprachliche bald auf das meiner Miniatur-Fachwelt zugehörige Vokabular und die ebenso überschaubare Zielgruppe der anderen publizierwütigen Fisch- und Algenfans, das Gestalterische auf die Formatierung des Deckblatts meiner Diplomarbeit und der Bewerbungsschreiben um Dissertantenstellen. Man kann es schon erahnen: seelisches Ungleichgewicht vorprogrammiert …

2016 – Umweltpolitik (Synthese): Ich, beinahe 36, Ökologin mit reichem Erfahrungsschatz aus der Kommunikations- und Wissenschaftswelt, bin seit dreieinhalb Jahren Mitarbeiterin im Umweltdachverband, einer umweltpolitisch tätigen Organisation, deren oberstes Ziel es ist, die politischen, rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen für den Natur- und Umweltschutz hierzulande zu optimieren. Meine Arbeitsschwerpunkte: Wasserpolitik/Gewässerschutz. Im Dialog mit Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Öffentlichkeit versuche ich dazu beizutragen, den vermeintlich unmöglichen Spagat zwischen Klimaschutz (Umstieg auf erneuerbare Energien, u. a. in Form von Wasserkraft) und Naturschutz (Bewahren der letzten unberührten Flusslandschaften) zu schaffen. Die Naturwissenschaft liefert jetzt die Argumente für mein Tun. Das eigentliche Forschen und Entdecken überlasse ich aber anderen. Das Schreiben, das Gestalten, das mache ich teilweise wieder selbst, Kommunikation in all ihren Facetten und mit allen möglichen Zielgruppen ist wieder integraler Bestandteil meiner täglichen Aufgaben. Und meine zwei Seelen, die fühlen sich gar nicht mehr so uneins. Und die Nachhaltigkeit? Die ist auch wieder da! Bzw. ich mitten drin, z. B. mit meinem Beitrag beim Workshop „Wasser ist Leben über den nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser bei der „Wachstum im Wandel“-Konferenz am 22. Februar 2016 in Wien!

Übrigens (und so schließt sich nun der Kreis vollends) ist SERI dort auch vertreten:
Mit den Sessions “Säkulare Stagnation” und “Scenarios for Europe using much less resources
sowie einem N21-Workshop zum Transformationsjournalimus.

 

Highlight: Ernährung


SERI Newsletter | Archive
* required field