Was wurde eigentlich aus… Markus Spitzer?

Ich lese gerade den Artikel des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung über das Projekt Postwachstumspioniere, in dem SERI porträtiert wurde. Der Grund warum ich den Beitrag lese, ist das Projekt Wachstum im Wandel und beides hat sehr viel mit meinem Post-SERI Weg zu tun.

Ich kam zum SERI in der Hochzeit des Problems, das im Artikel beschrieben wird. Öffentliche Unterfinanzierung führt zu Verkaufszwang von sozialwissenschaftlicher Forschung und das wiederum zu einer Überforderung der Forscher_innen. Je größer das Institut, desto größer der Overhead und das Problem. Das Ergebnis für mich? Ich durfte an einem unheimlich inspirierenden Ort, mit außergewöhnlich engagierten Menschen an einer gerechten Sache arbeiten und trotz dieser herausragenden Voraussetzungen scheiterte ich an dem Stress, den das System der Forschungsfinanzierung erzeugt. Und doch war diese Station im SERI die Basis für meine weitere Arbeit.

Seit nunmehr etwa drei Jahren bin ich selbständig, arbeite als Organisationsberater und Moderator in unterschiedlichen Projekten deren Kern immer mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Und die Basis meiner Selbständigkeit bildete ein Projekt, das ich am SERI begonnen habe zu betreuen. Wachstum im Wandel. Dafür bin ich dem SERI noch immer dankbar.

Mein Problem und meine Stärke? Ich kann nicht beraten, was ich nicht selbst erfahren habe und daher hatte ich großes Glück ein Gemeinschaftswohnprojekt mit aufbauen zu dürfen. Mein bisher größtes Projekt. 10,5 Mio. € in einem partizipativen Prozess mit etwa 65 Erwachsenen und über 30 Kindern. Genug Platz um Dragon Dreaming und Soziokratie aus Erfahrung zu erlernen, zwei Methoden, die Grundlage meines Beratungsalltages wurden. Mit Dragon Dreaming (www.dragondreaming.org) unterstütze ich Menschen ihre Träume umzusetzen und die Soziokratie ist ein Organisationsmodell, das Menschen auf der Basis von Gleichwertigkeit und hohem Grad an Selbstorganisation arbeiten lässt (www.soziokratie.at). Zusätzlich unterstützt es eine der wichtigsten Führungskompetenzen für eine nachhaltige Welt. Die vielfältigen Sichtweisen und Ansprüche eines komplexen Systems effektiv in gute Entscheidungen fließen zu lassen. Auf der Basis dieser Methoden entwickelte ich Collective Wisdom Coaching zusammen mit Michael Nußbaumer und unterstütze damit Organisationen dabei ihre Meetings effektiver und sinngebender zu gestalten.

Manche werden vielleicht fragen: Geht sich das aus davon zu leben? Und ich sage Ja, es geht sich aus. Und manchmal zitiere ich Nico Paech: „Frei ist nicht wer viel hat, sondern wer wenig braucht.“ Und was ich brauche ist wenig materielles, denn mich nähren die Grundsätze meiner Arbeit, die ich von der Gaia University und Dragon Dreaming abgeschaut habe: jedes Projekt, das ich mache, dient drei Dingen. Dem persönlichen Wachstum der Beteiligten, der Bildung von Gemeinschaften und dem Dienst an der Erde.

www.markusspitzer.at

 

Highlight: Ernährung


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