Jenseits aller Grenzen: Ökonomie gegen Ökologie?

Programm

Ashish Kothari, Soziologe und Umweltaktivist, Kalpavriksh, Pune (Indien) Özlem Onaran, Professorin für Beschäftigungs- und Wirtschaftspolitik, University of Greenwich, London (UK) Moderation: Martina Neuwirth, VIDC Veranstaltungssprachen: Englisch, Deutsch (Simultandolmetschung)   Die globalisierte Wirtschaft des 21. Jahrhunderts und die Rahmenbedingungen, die die Staaten für ihr Funktionieren geschaffen haben, haben die Ungleichheit in einer Weise vergrößert, in der das exponentiell reicher werdende oberste Einkommensprozent sich immer mehr von den restlichen 99 % entkoppelt. Die beeindruckenden Wachstumsraten von Schwellenländern wie Indien oder China haben die Lebensbedingungen von Millionen der allerärmsten Menschen zwar etwas verbessert, viele Andere jedoch verarmen lassen und die Gesellschaft dieser Länder insgesamt ungleicher gemacht. Gleichzeitig warnen Wissenschaftler_innen vor einer nicht rückgängig zu machenden Klimaerwärmung, dem rapiden Zurückgehen der Artenvielfalt und den damit verbundenen negativen Auswirkungen insbesondere auf Menschen in den sogenannten „Entwicklungsländern“. Der „ökologische Fußabdruck“ der Schwellenstaaten wird größer, aber die westlichen Industrieländer sind nach wie vor die größten Umweltverschmutzer. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Ungleichheiten und Ungleichgewichte verschärft und den politischen Willen zur Lösung der ökologischen Krise geschwächt. In Europa wird die ‚staatstragende‘ Mittelklasse durch den (vermeintlichen?) Sparzwang systematisch ausgehöhlt. Gleichzeitig erhöht sich der Druck auf allen Ebenen, auf den internationalen Wettbewerb reagieren zu müssen – meist auf Kosten sozialer Wohlfahrtsmodelle. All das verstärkt das Gefühl der Unsicherheit, was zum Erstarken nationalistischer Bewegungen führt. Von Seiten der Wissenschaft wie auch der Zivilgesellschaft werden jedoch zunehmend auch Alternativen diskutiert, die der Logik, dass es in Zeiten des Umbruchs immer (viele) Verlierer_innen und (wenige) Gewinner_innen geben muss, widersprechen. Eine breite Palette von Ansätzen reicht vom Konzept des ‚buen vivir‘ (dem ‚guten Leben‘) zur Solidaritäts- und Gemeinwohl-Ökonomie, von einer ‘radikalen, ökologischen Demokratie’ bis hin zu wachstumskritischen Ansätzen (wie ‚de-growth‘) und Glücksindices. Wie beurteilen der indische Soziologe und Umweltaktivist Ashish Kothari und die an der University of Greenwich lehrende türkische Ökonomin Özlem Onaran die derzeitigen (Um)Bruchlinien? Welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus? Ist die kapitalistische Wachstumsökonomie mit ökologischen Grenzen versöhnbar? Gibt es Alternativen zum derzeit vorherrschenden Wirtschaftsparadigma – im (globalen) Süden ebenso wie im (globalen) Norden? Veranstaltungshomepage Anmeldung an: neuwirth@vidc.org

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Highlight: Ernährung


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