15 Jahre SERI – von Fritz Hinterberger

Am 30.04.1999 hatte ich während einer Rede der Forschungskommissarin Cresson zur Inauguration des 5. Forschungsrahmenprogramms der EU eine spontane Eingebung: „ich mach mich selbständig!“. Zweiter Gedanke: nach 15 Jahren in Deutschland wollte ich nach Österreich zurückkehren. Zurück in Wuppertal, wo ich damals arbeitete, erinnerte mich Philipp Schepelmann ein paar Tage später daran, dass wir ein paar Monate vorher in Rom mit Freunden von Amici della Terra bei gutem Essen und Wein über die Gründung eines „Sustainable Europe Research Institute“ diskutiert hatten. Immerhin hatten wir etwa fünf Jahre davor unter der Federführung von Joachim Spangenberg nicht nur eine Studie „Sustainable Europe“ erarbeitet, sondern auch ein Handbuch, wie so etwas – ausgehend von Sustainable Netherlands (duurzaam nederlands) – (in ganz Europa – von Irland bis Georgien) – gemacht werden kann – und wurde. „Zukunftsfähiges Deutschland“ wurde wohl die bekannteste dieser Länderstudien. Auch in Österreich hatte es ein solches Projekt gegeben.

Also ein SERI gründen! – Wenige Wochen später haben wir diesen Vorschlag beim Annual General Meeting von Friends of the Earth Europe in Köln vorgestellt und im Juli begann Axel Nordmann, der dafür den Sommer in Wien verbracht hat, mit mir gemeinsam in einer leer stehenden Wohnung aus Familienbesitz in meinem heutigen Wohnzimmer ein erstes Büro einzurichten: Computer und Drucker wurden gekauft, Telefonanschlüsse bestellt, alte Möbel in den Mezzanin geschleppt, eine Website programmiert. Mit meiner Frau Bärbel entwickelte Axel eines Abends das Logo.

Obwohl „Abtrünnige“ wurden Joachim Spangenberg, Sylvia Lorek und ich (Philipp hat sich entschieden, in Wuppertal zu bleiben) recht wohlwollend unterstützt, wofür ich heute noch dankbar bin.  Im September haben wir zusammen mit Francois Schneider und Dietmar Kanatschnig, der fünf Jahre davor das ÖIN gegründet hatte, SERI als Verein ins Leben gerufen. Das Umweltministerium hat uns mit dem ersten von bis heute über 350 Projekten beauftragt. Stefan Giljum war dann unser erster Mitarbeiter – auch wenn wir uns anfangs nur recht prekäre Arbeitsplätze leisten konnten. Von da an ging’s bergauf. Unser Freund Wolfgang Sachs stand dem wissenschaftlichen Beirat vor.

Neue MitarbeiterInnen kamen und gingen auch wieder: Roman Mesicek, Mark Hammer, Gisela Bosch, Ines Omann, Jill Jäger, Doris Schnepf, Gabi Christler, Sabine Maier und viele andere mehr. Andrea Stocker ist aktuell nach mir am Längstem bei SERI. Seit dem ersten EU-Projekt haben wir uns auch ökonomisch besser aufgestellt. Auf den Verein folgte ein Unternehmen und vor 10 Jahren haben dann 8 MitarbeiterInnen und Mitarbeiter die SERI Nachhaltigkeitsforschungs und –kommunikations GmbH gegründet. So sind wir bis auf über 30 MitarbeiterInnen weiter gewachsen und haben dabei viele international und national beachtete Projekte bearbeitet: von MOSUS über MATISSE und ALARM bis zu „Wachstum im Wandel“. Ein weiteres Highlight war die Entwicklung eines heute weithin angewandten Indikatorensets für ECR-Austria und der Einstieg in eine umfassend verstandene Nachhaltigkeit bei SPAR sowie die Entwicklung eines Nachhaltigkeits-Simulationsmodells für die österreichische Wirtschaft. Johannes Frühmann, Eva Burger, Julia Haslinger, Petra Gölli/Pflaum, Petra Aichholzer und Nicki Polsterer waren weitere Stützen des SERI in dieser Zeit.

Irgendwann im Alter von ungefähr 12 Jahren kamen wir dann in die Pubertät und haben dabei wirtschaftlich wie menschlich recht schwierige Zeiten durchlebt. Teil dieses Umbruchs war der Umzug eines Teils an die Wirtschaftsuniversität. Heute, 15 Jahre nach der Gründung, hat SERI wieder eine Größe wie in unserer besten Zeit: 14 MitarbeiterInnen in Teilzeit, etwa 14 laufende Projekte und ein Jahresbudget von ca. 750.000 €.

Unter der Ägide von Paul Ekins am University College London entwickeln wir Szenarien und Wege in eine wirklich nachhaltige Zukunft, für das Minsterium für ein lebenswertes Österreich betreiben wir die Europäisierung des „Wachstum im Wandel“-Prozesses mit Veranstaltungen in Brüssel und Dubrovnik, mit der Raiffeisen-Klimainitiative und unseren Partnern plenum und akaryon entwickelten wir ein MonitoringTool für Nachhaltigkeitsindikatoren. Im Projekt GLAMURS sind wir für die Kommunikation der wissenschaftlichen, aber auch konkreten Arbeiten zuständig. Mit „Ökotopia“ waren wir an der Entwicklung eines Internet-Spiels für Jugendliche beteiligt und mit BeKoNE erarbeiteten wir neuartige Wege der Kommunikation unseres Herzens-Themas „Wachstum im Wandel“.

Wir freuen uns auf die Zukunft und möchten beides – Vergangenheit und Zukunft – mit Euch/Ihnen feiern:

Am 06.11. 2014 in der Garnisongasse 7/17. Bitte den Termin am Nachmittag und Abend vormerken. Gerne nehmen wir bereits jetzt Anmeldungen entgegen unter office@seri.at. Das detaillierte Programm wird demnächst bekannt gegeben.

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Highlight: Ernährung


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