Rückblick: Degrowth Conference, 23.09.2014

Die dritte internationale Degrowth Konferenz die vom 01. bis 04. 09. 2014 in Leipzig stattfand übertraf alle Erwartungen. Sie hatte 3000 Besucher und das waren doppelt so viel wie die Zweite und zwanzig Mal so viele Besucher wie die Erste. Vier Tage lang diskutierten in zeitweise bis zu dreißig parallel gehaltenen Veranstaltungen, unter anderem die beiden von uns organisierten Veranstaltungen, die europäische De-Growth Bewegung das Thema Wachstum und seine Alternativen in wissenschaftlichen Workshops, Plenen, Open Space Veranstaltungen, organisierte Speed Dating für Wissenschaftler und Kunst und Kulturveranstaltungen. Grundlagen der Wirtschaftstheorie standen ebenso auf dem Programm wie Urban Gardening, die Zukunft der Arbeit, der Mobilität und des Welthandels. GewerkschafterInnen, Attac-AktivistInnen und große politische Stiftungen waren als Teilnehmer oder Mitveranstalter ebenso dabei wie wissenschaftliche Institute.

Organisiert hatte diese Konferenz ein ganz junges Team, das vorher noch niemals eine große Tagung veranstaltet hatte. Mit wenig Geld aber unendlich viel Enthusiasmus, unbezahlter Arbeit und einen großen Team an Freiwilligen haben sie eine Veranstaltung organisiert, auf der alles bis ins Letzte durchdacht war und bis ins Detail perfekt funktionierte. Eine unglaubliche Leistung von einem Team, das an diesen Herausforderungen gewachsen ist. Jeder für sich und alle gemeinsam.

SERI war mit zwei eigenen Veranstaltungen präsent und auf einem von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisierten Pannel über das Thema Arbeit vertreten. Mit großem Interesse wurde der Wachstum im Wandel Prozess gewürdigt, zumal es in Europa keine vergleichbaren Aktivitäten von Seiten der Regierungen gibt.

Von Leipzig geht nicht zum ersten Mal ein wichtiger politischer Impuls aus. Die Degrowth Leipzig war ein wichtiger Meilenstein für die weitere Entwicklung der sozialen und politischen Bewegungen in Europa. Die 3000 Teilnehmer waren zu einem sehr hohen Prozentsatz jung, sie kamen (viele mit ihren Kindern) aus ganz Europa und hatten keine Probleme einander zu verstehen. In Leipzig betrat die Generation „De-growth“ die Bühne der Politik und überzeugte nicht nur mit ihrer Klugheit, Kreativität und der großen Bandbreite an Themen, sondern auch mit ihrer Glaubwürdigkeit. Teilen und Tauschen, gemeinsam kochen und spülen, die große Ernsthaftigkeit in der Sache und die offenkundige Bereitschaft mit wenig aber in Gemeinschaft zu leben. Unprätentiös und leise hat sich in Leipzig ein kultureller Wandel offenbart, der tiefer geht, als man es bisher vermuten durfte. Diese Generation wartet nicht darauf, dass „die da oben“ die Dinge richten. Sie ist ein Teil der Lösung des Problems und bereit der Wandel zu sein, den sie fordert.

Leave a Reply

*

 

Highlight: Ernährung


SERI Newsletter | Archive
* required field