Gute Arbeit, schlechte Arbeit

Leider ist der Eintrag nur auf English verfügbar.

3 Comments to Gute Arbeit, schlechte Arbeit

  1. fritz's Gravatar fritz
    Montag, der 10. März 2008 at 19:32 | Permalink

    Vielen Dank für diesen Einblick. Ich denke, vielen von uns NachhaltigkeitsforscherInnen gehts genau so – zumindest denen, die – wie wir – sich ihren Arbeitsplatz selber geschaffen haben und neben dem, was sie verkaufen, viel sonstiges tun, wie z.B. dieses Blog…

    Was ich aber interessant finde: warum bezahlt der Fahrradkunde den Fahrradverkäufer so, dass er 60-65 Stunden arbeiten muss für einen Lohn, mit dem er seine Familie einigermaßen ernähren kann. Die Dinger sind ja nicht billig. Deutlich vierstellig würd ich vermuten.

    Ich nehme mal an, dass (weil sie ja nachhaltig sind) die Arbeit der Lieferanten und der Leute, die die Rohstoffe aus der Erde holen, fair bezahlt wird. Aber wie ist es mit der fairen Bezahlung des Fahrradhändlers? Wenn ihr das Fahrrad teurer verkauft, würde es keiner kaufen, nehm ich an. Oder bei der Konkurrenz. Und wenn wir’s (noch) teurer kaufen, sinkt unser Reallohn. Wir sagen: das können wir uns nicht leisten.

    “UN-Fair trade” beginnt bei der Schnäppchenjagt im Supermarkt (und seinen Auswirkungen auf die Einkommen der dort Beschäftigten, der Bauern und Produzenten) und endet beim 5-Euro T-Shirt, das unser Real-Einkommen erhöht auf Kosten derer, die dieses unter miesen Bedingungen und niedrigstem Einkommen produziert haben.

    hab ich in meinem 2006er-Blog schon mal geschrieben. (fritzhinterberger.twoday.net/stories/2732580).

    Dass sich das auch in den Hochpreisbereich fortsetzt, schockiert mich jetzt ein wenig.

  2. fritz's Gravatar fritz
    Donnerstag, der 20. März 2008 at 07:04 | Permalink

    Eich Fromm fällt mir dazu ein. Haben oder Sein.
    Oder: Autentisch leben.
    Auf letzteres bin ich gerade bei Reto Strauss gestoßen.
    http://nachhaltigbeobachtet.ch/blog/archive/2008/03/18/authentisch-leben.html

  3. axel's Gravatar axel
    Sonntag, der 1. Juni 2008 at 12:31 | Permalink

    @ Fritz

    Danke für den HInweis auf Erich Fromm. Das trifft es schon.

    Zur Klarstellung: Ich bin sehr zufrieden mit meiner Situation, etwas leichter könnte das selbstbestimmte Leben aber schon sein, klar.

    Und zum Thema faire Preise: Viel Arbeit und wenig Geld kommen bei und aus generellen und individuellen Gründen zusammen. Ohne das hier vertiefen zu wollen: Wir können noch einiges optimieren.

    Was aber schon stimmt, ist dass es im Handel mit hochpreisigen Rädern das Problem gibt, dass man einen sehr guten Service bieten muss und ausführlichst berät. Dazu braucht man natürlich Personal und das treibt die Kosten. Und die Margen sind nicht so hoch, als dass man kostenseitig aus dem vollen Schöpfen könnte.

    Geld verdienen im Fahrradhandel jene, die riesige Mengen von billigen Rädern eben durch die großen Abnahmemengen günstig einkaufen, mit Mondpreisen auszeichnen, gleich wieder reduzieren und mit diesem billigen Trick viele Räder verkaufen. Und sich Service extra bezahlen lassen.

    Auch richtig ist: Bei ALDI (oder auch HOFER) fängt keiner eine Rabattdiskussion an. Im Fachgeschäft (da ist ja alles teuer)wird aber erwartet, dass 20 Prozent locker möglich sind. Der Hinweis auf den gebotenen Service wird kaum wahrgenommen. Rabatte schinden als wenig nachhaltiger Sport.

Leave a Reply

*

 

Highlight: Ernährung


SERI Newsletter | Archive
* required field