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SERI-Netzwerk-Newsletter 2/2012

Rückblick

Terminankündigungen

Themenschwerpunkt

Aus unserer Werkstatt

Für Sie gelesen

Möglichkeiten zur Mitarbeit

Rückblick

SERI-Heuriger am 14. März 2012

In regelmäßigen Abständen lädt das SERI Nachhaltigkeitsforschungs und -kommunikationsnetzwerk zu einem geselligen Netzwerkabend – den “SERI-Heurigen” -  ein, der diesmal zum ersten Mal in unseren neuen Büroräumlichkeiten stattgefunden hat. SERI-Forscherinnen Ines Omann und Heidi Grüneis gaben einen anschaulichen Einblick in ihre aktuellen Forschungen zum Thema Ökosysteme im Klimawandel. In angeregten Diskussionen konnten sich die Gäste mit den SERI-WissenschaftlerInnen austauschen.

Bei leckeren Bauernschmankerln und dem einen oder anderen Glas Biowein wurde es ein gemütlicher Abend, bei dem Erfahrungen und Ideen ausgetauscht und gemeinsam an  unserem wachsenden Nachhaltigkeits-Netzwerk gebaut wurde.

Terminankündigungen

Buchpräsentation “Growth in Transition” am 11. April 2012

Wir laden Sie herzlich zur Präsentation des Buchs „Growth in Transition“ ein. Die Forcierung von Wirtschaftswachstum bleibt die vorrangige Antwort der Politik auf akute Probleme wie Arbeitslosigkeit, Armut und Umweltzerstörung. Aber der momentane Wachstumspfad hat weder die Voraussetzung für Vollbeschäftigung und erhöhtes Wohlbefin­den geschaffen, noch hat er zu einer Reduktion unseres Ressourcenverbrauchs geführt.

Das neue Buch „Growth in Transition“ gibt einen Überblick über die aktuelle Wachstumsdebatte und beschäftigt sich in Beiträgen von internationalen Kommentatoren aus der Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft mit der Frage: Welche alternativen Entwick­lungspfade erhöhen das menschliche Wohlbefinden und verhindern gleichzeitig den ökologischen und sozialen Zusammenbruch? Die neue Publikation ist die englischsprachige Überarbeitung und Fortsetzung des Buchs „Welches Wachstum ist nachhaltig?“ aus dem Jahr 2009.

HerausgeberInnen:  Friedrich Hinterberger, Elke Pirgmaier, Elisabeth Freytag und Martina Schuster

Das Buch ist exklusiv für Mitglieder zum Autorenpreis von 21 Euro (= -30%) hier erhältlich.

Die Einladung zur Buchpräsentation finden Sie hier, und mehr Information über die Initiative „Wachstum im Wandel“ hier.

Brownbag “Technologie und Nachhaltigkeit” am 29. März 2012

SERI-Forscher Christian Kerschner spricht über den Status Quo und Ansätze zum Thema Technologie in den Nachhaltigkeitswissenschaften. Mehr Info: hier

Exklusiv für Mitglieder: Brownbag “Mentaltraining” am 24. April 2012

Siegfried Bauer, diplomierter Mentaltrainer, gibt einen ersten Einblick in die Möglichkeiten des Mentaltrainings und zeigt insbesondere Techniken zur mehr Gelassenheit auf.

Brownbags sind informelle Seminare mit Diskussionsmöglichkeiten. Mitgebrachte Speisen und Getränke können dabei verzehrt werden (daher auch der Name “Brownbag”). Sie finden jeweils von 12:30 bis 13:30 am SERI (1090, Garnisongasse 7/17) statt. u.A.w.g unter daniela.pock@seri.at

Themenschwerpunkt

Biodiversität im Klimawandel

Welche Bedeutung haben Ökosysteme für uns Menschen? Wie werden sie sich angesichts des Klimawandels in den kommenden Jahrzehnten verändern? Und wie werden wir, als Einzelne und als Gesellschaft, mit diesen Veränderungen umgehen können? Mit diesen Fragen beschäftigt sich SERI in einem seiner aktuellen Forschungsschwerpunkte – Ökosystemleistungen und Well-Being.

Was genau sind eigentlich Ökosystemleistungen? Der Begriff umfasst all jene Eigenschaften von Ökosystemen, von denen wir Menschen profitieren. In der Wissenschaft unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Arten von Ökosystemleistungen: Die „versorgenden Leistungen“ umfassen alle „Produkte“, die wir aus den Ökosystemen ziehen – Nahrung, Wasser, Holz, genetische Ressourcen, und vieles mehr. Die „regulierenden Leistungen“ steuern ökologische Prozesse wie Klima, Wasserkreislauf, aber auch Krankheiten etc. Die „kulturellen Leistungen“ umfassen alle nicht-materiellen Aspekte von Ökosystemen: Ästhetik, Spiritualität und Religion, Entspannung, Bildung, Zugehörigkeit, Identität etc. Diesen drei Arten von Leistungen zugrunde liegend sind die „unterstützenden Leistungen“, die notwendig sind, um alle Ökosysteme in Stand zu halten – Nährstoffkreislauf, Bodenbildung, primäre Produktionsprozesse.

All diese Leistungen von Ökosystemen bilden die Grundlage menschlichen Wohlergehens – die Sicherung unserer Grundbedürfnisse, aber auch weiterführender Bedürfnisse wie Sicherheit, Gesundheit, soziale Beziehungen, kulturelle Identität, die ihrerseits ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit ermöglichen. Wenn wir unsere Ökosysteme und ihre Leistungen nachhaltig nutzen wollen, müssen wir sie gesamtheitlich betrachten – der Verlust einer Leistung kann negative Auswirkungen auf die anderen Leistungen haben. Die Erhaltung aller Ökosystemleistungen ist daher unerlässlich.

SERI beschäftigt sich in diesem Forschungsschwerpunkt vor allem mit drei Projekten: In dem fünfjährigen, EU-weiten Projekt EcoChange wurden neben Modellierungen von Biodiversität im Klimawandel auch Fallstudien in drei Regionen (Rumänien, Belgien, Schweiz) unternommen, in denen mithilfe eines Agent Based Models (ABM) untersucht wurde, wie sich die Landwirtschaft auf Basis der Entscheidungen von LandwirtInnen in den kommenden Jahrzehnten verändern wird. In enger Zusammenarbeit mit den Menschen aus der Region wurden Szenarien erarbeitet, wie sich die Landwirtschaft unter dem Klimawandel weiterentwickeln und welche Auswirkungen das auf die lokale Biodiversität haben kann. Vor kurzem wurde die Broschüre des Projekts fertiggestellt, die hier eingesehen werden kann. Aktuell findet von 21. bis 22. März 2012 die große Abschlusskonferenz von EcoChange mit über 100 Wissenschaftlern und Policy Makern in Zürich statt.

Das Projekt KlimaNetz fragt nach möglichen Anpassungsstrategien an den Klimawandel und legt den Fokus dabei auf das Human- und Sozialkapital. Humankapital meint damit die Fähigkeiten, das Wissen und die Gesundheit des Einzelnen; Sozialkapital beschreibt die soziale Vernetzung innerhalb einer Gesellschaft. SERI arbeitet in diesem Projekt mit zwei österreichischen Gemeinden (Virgen und Klosterneuburg), in denen wir gemeinsam mit EntscheidungsträgerInnen aus diesen Gemeinden Strategien und darauf basierend ein Handbuch entwickeln, das auch für andere Gemeinden zur Verfügung gestellt werden soll.

Das Projekt CLIMSAVE entwickelt eine integrierte Methode, um die Einflüsse von Klimawandel und die Anpassung daran quer über die Sektoren zu analysieren. Diese Zusammenhänge werden über eine Online-Lernplattform anschaulich gemacht, auf der die NutzerInnen die Folgen von Klimawandel und den entsprechenden Policy-Entscheidungen für ihre eigene Region durchspielen können. An dem Projekt sind Partner aus aller Welt beteiligt und es wird einerseits mit dem Fokus auf Schottland, andererseits mit dem breiteren Fokus auf ganz Europa durchgeführt.

Interessante Fragen entstehen, wenn man Vergleiche zwischen den Ergebnissen aus den verschiedenen Projekten stellt: Welche Anpassungsstrategien entwickeln die Menschen in Schottland für die Highlands im Vergleich zu den Menschen aus Virgen für die Großglocknerregion? Welches Gesamtbild ergibt sich daraus, und was können wir daraus lernen?

Aus unserer Werkstatt

Briefing Sheet zum Thema “Nachhaltiger Tourismus”

SERI erarbeitet derzeit im Forschungsbereich zum Thema Lebensqualität neue Konzepte für bewussten Tourismus. Das nachhaltige Reisen soll eine verantwortungsvolle, neue Reisekultur sein, die zum Schutz und zur Entwicklung der Natur und Kultur sowie zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung beiträgt, eine hohe Gästezufriedenheit gewährleistet und das Wohlergehen der lokalen Bevölkerung garantiert. Das neue Briefing Sheet gibt Einblicke in unsere Überlegungen.

Für Sie gelesen

Öffentliches Wissen. Nachhaltigkeit in den Medien

von Markus Arnold, Martina Erlemann, oekom Verlag 2012

„Öffentliches Wissen“ beschäftigt sich mit der Rezeption von Nachhaltigkeit anhand von zwei ausgewählten Beispielen aus der jüngeren österreichischen Medienlandschaft – die Hochwasserereignisse der letzten Jahre sowie die Berichterstattung über gesunden Ernährung. In einer Diskursanalyse untersuchen die AutorInnen diese beiden Themen sowohl in Qualitäts- als auch in Boulevardmedien sowie in der Werbung und stellen sich dabei aktuellen wissenssoziologischen Fragestellungen. Wie wird wissenschaftlich generiertes Wissen zu einem in der Gesellschaft allgemein anerkanntem und angewandtem Wissen? Das Buch gibt einen anregenden Einblick darin, wie die Popularisierung von wissenschaftlichen Erkenntnissen die klassische Vorstellung des einfachen Sender-und-Empfänger-Modells der Kommunikation durchbricht und wissenschaftliche Begriffe ein Eigenleben entwickeln, während sie im öffentlichen Diskurs verwendet werden. Als berühmtes Beispiel der Geschichte erläutern die AutorInnen in diesem Kontext den öffentlichen Werdegang von Darwin’s Evolutionstheorie.
Jede „Übersetzung“ in das Alltagswissen ist auch eine Form der Neuinterpretation; wirklich verstanden wird Wissen nur dann, wenn man es in Vorstellungen und Praktiken des eigenen Alltags verankern und das Wissen in neue Kontexte setzen kann.
Bei der Lektüre des Buches wird deutlich, dass es nicht genügt, nur praktische Empfehlungen zu geben, wie man nachhaltiger leben kann; der ausbleibende Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft liegt nicht im Fehlen der kommunizierten Inhalte begründet, sondern daran, dass diese Inhalte zu wenig an die Alltagsrealitäten anschließen können. Es geht in der Nachhaltigkeitskommunikation vielmehr darum, Menschen zu involvieren und damit implizit an schon bekannte und vertraute kulturelle Vorstellungen zu appellieren. Ebenso muss die Widersprüchlichkeit der 3 Säulen der Nachhaltigkeit selbst thematisiert werden – einfache Antworten existieren nicht, im Gegenteil: Sie müssen beständig erarbeitet werden. In diesem bestehenden und sich verändernden kulturellen Symbolsystem müssen Themen des nachhaltigen Lebens ihren Platz noch finden.
Das Buch zeigt umfassend, wie verschiedene Arten des Wissens – Erfahrungswissen, Traditionswissen oder intuitives Wissen – gerade im Bereich von Nachhaltigkeit in Kombination mit wissenschaftlichen Expertisen wertvolle Beiträge für einen gesellschaftlichen Lern- und Problemlösungsprozess liefern können. Die AutorInnen sprechen sich daher mit dem britischen Soziologen Alan Irwin für eine „Citizen Science“, für eine Überwindung des starren, autoritären Aufklärungsmodells, aus. Wissenschaft braucht bei der Beantwortung der Fragen nach Gerechtigkeit und wie wir leben wollen den Dialog mit den BürgerInnen.
Eine Leseempfehlung für all jene, die sich mit Wissenschaftskommunikation generell und dem Nachhaltigkeitsdiskurs im Speziellen beschäftigen!

Möglichkeiten zur Mitarbeit

Mitarbeit am SERI

Die breiten Themenbereiche und die besondere SERI-Kultur sprechen jährlich engagierte junge Leute an.

Es ist möglich, SERI via Werkvertragsarbeit kennenzulernen. Zumeist erstrecken sich die Projekte über einen Zeitraum von 3 Monaten.

Bei Interesse melde dich bitte mit kurzem Motivationsschreiben (inhaltlichem Interesse) und Lebenslauf bei Petra Gölli (petra.goelli@seri.at).

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Highlight: Ernährung


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