Get Involved

SERI-Netzwerk-Newsletter 1/2012

Rückblick

Terminankündigung

Themenschwerpunkt

Mission Report

Aus unserer Werkstatt

Möglichkeiten zur Mitarbeit

Liebe Freundinnen und Freunde, Mitglieder und Förderer, herzlich willkommen bei der ersten Ausgabe unseres Newsletters im neuen Jahr!

Wir freuen uns darauf Ihnen auch dieses Jahr Einblick in unsere Arbeit geben zu können und auf die Möglichkeit uns mit Ihnen bei Veranstaltungen des SERI-Netzwerks persönlich auszutauschen.

Rückblick

Langer Abend der Nachhaltigkeit

SERI freute sich, eine große und illustre Gästeschar beim Abend der Nachhaltigkeit begrüßen zu dürfen.

Bei bester Stimmung, launiger Musik, köstlichen Schmankerln und dem einen oder anderen Glas Biowein konnten wir unseren Gästen interessante und tiefgehende Einblicke in die soziale, wirtschaftliche sowie ökologische Nachhaltigkeitsthematik gewähren.

In einem abwechslungsreichen Programm mit Spielen und Rätseln konnten die Gäste mit unseren ForscherInnen direkt in Kontakt treten, Fragen stellen, Erfahrungen und Ideen austauschen und so aktiv an unserem wachsenden Nachhaltigkeits-Netzwerk mitbauen.

Terminankündigung

Exklusiv für SERI-Mitglieder: Brownbag mit Dr. Jill Jäger am 24.01.2012

Regelmäßig ladet SERI zu seinen Brownbag-Seminaren ExpertInnen aus dem weiten Feld der Nachhaltigkeitsforschung ein, um in Dialog mit interessierten Netzwerk-Mitgliedern zu treten.

SERI-Forscherin Jill Jäger gibt Einblick in aktuelle Entwicklungen der Nachhaltigkeitsforschung auf EU-Ebene. Mit November 2011 startete das transnationale Forschungsprojekt VISION RD4SD, in dem ein Netzwerk von 25 Partnern aus 18 europäischen Ländern an einer gemeinsamen Vision für eine nachhaltige Entwicklung Europas und der Welt arbeiten. Dr. Jill Jäger ist seit 1979 als wissenschaftliche Beraterin für nationale und internationale Institutionen im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung tätig und seit 2004 Senior Researcher am SERI.

Wann? Dienstag, 24.01.2012, 12:30 – 13:30

Wo? SERI, Garnisongasse 7/17, 1090 Wien

Themenschwerpunkt

Gemeinden im Wandel: Lebensqualität und Wohlbefinden im Fokus

Gemeinden stehen vor vielseitigen Herausforderungen: Knappe Budgets, Energieversorgung, Erhaltung von Infrastruktur und Arbeitsplätzen, das Zusammenleben, und vieles mehr. SERI unterstützt Gemeinden darin, sich den Herausforderungen zu stellen und sich frühzeitig und umfassend mit Zukunftsoptionen zu beschäftigen, die möglichst allen BewohnerInnen zu einem besseren „LebensKlima“ verhelfen. „LebensKlima“ steht bei SERI für nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität, also für das Erreichen einer höheren Lebensqualität bei geringerem Ressourcenverbrauch.

Technische, standardisierte Lösungen reichen dabei nicht aus, um das gefühlte Wohlbefinden von BürgerInnen zu steigern. Um auf die Bedürfnisse, die Visionen und das lokale Wissen der Betroffenen einzugehen ist es für SERI zentral, partizipative Verfahren einzusetzen.

Ausgangspunkt des SERI-Ansatzes ist die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse zur Erreichung einer hohen Lebensqualität – ohne dabei auf Kosten zukünftiger Generationen zu leben. Bedürfnisse verstehen wir als fundamentale Dimensionen menschlicher Entwicklung und nicht – wie oft im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet – als oberflächliche Wünsche. Zu den grundlegenden Bedürfnissen gehören u.a. Subsistenz (Essen, Trinken, Wohnung, Kleidung, hygienische und medizinische Versorgung), Beziehungen und Liebe, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Sicherheit.

Ob und wie gut wir uns unsere jeweiligen Bedürfnisse erfüllen, ist ausschlaggebend für das Ausmaß an persönlichem Wohlbefinden. Welche Bedürfnisse wir haben ist abhängig von verschiedenen Einflussfaktoren, wie z.B. der Kultur in der wir leben, den Werten und Glaubenssätzen, die wir haben oder dem sozialen Umfeld, in dem wir aufgewachsen sind und gelernt haben (Sozialisierung). Bedürfnisse an sich sind weder gut noch schlecht, weder nachhaltig noch unnachhaltig – allerdings gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie wir uns unsere Bedürfnisse erfüllen. Wir nennen diese Möglichkeiten Strategien. Das Bedürfnis nach Identität oder Freiheit kann beispielsweise mit dem Besitz eines Motorrades, mit dem man die Wochenenden durch die Gegend fahrend verbringt, oder aber indem man mit FreundInnen wandern geht, befriedigt werden. Während ersteres normalerweise mit einem großen Ressourcenverbrauch verbunden ist, kommt zweiteres einer nachhaltigen Strategie viel näher. Strategien können sich also deutlich in ihrem Ressourcenverbrauch (Material, Fläche, Wasser, Energie) unterscheiden, was sie mehr oder weniger nachhaltig macht.

In unseren Projekten diskutieren wir in partizipativen Prozessen die Bedürfnisse der beteiligten Menschen und erarbeiten unterschiedliche Strategien zur Bedürfnisbefriedigung. Damit tragen wir zur Bewusstseinsbildung bei und zeigen positive, lebensfrohe Alternativen auf.

Die Kurzvorstellung der folgenden drei Projekte gibt einen exemplarischen Einblick in unsere Arbeit in und mit Gemeinden.

In Finkenstein am Faaker See arbeitet SERI seit November 2011 an einem „LebensKlima“-Projekt, welches hier als Pilotprojekt in das EU-Forschungsprojekt InContext eingebettet ist. Ähnliche Prozesse werden in Rotterdam (Niederlande) und und Wolfhagen (Deutschland) durchgeführt.

Im Zentrum der Arbeit in Finkenstein steht ein BürgerInnenforum – eine Gruppe von 15 Menschen, die keine spezielle Funktion in der Gemeinde haben, aber Interesse mitbringen, sich über die zukünftige Entwicklung der Gemeinde Finkenstein Gedanken zu machen. Die Gruppe wird von SERI dabei begleitet, eine Vision davon entwickeln, wie Finkenstein in Zukunft allen BürgerInnen ein „gutes Leben“, entsprechend ihren Bedürfnissen, bieten kann.

Für die anschließende Umsetzung der mit den BürgerInnen erarbeiteten Maßnahmen begleitet eine TrägerInnengruppe die Arbeit des BürgerInnenforums. Diese Gruppe besteht aus GemeindevertreterInnen, Persönlichkeiten aus Tourismus, Gewerbe und Industrie, welche die Wünsche und Ideen aufgreifen und umsetzen können.

Veränderungen in Richtung eines nachhaltigeren Lebens werden durch diesen Prozess angestoßen, die Rahmenbedingungen des Lebens in der Gemeinde hinterfragt und ein verbessertes „LebensKlima“ geschaffen.

GeNECA (Gerechte nachhaltige Entwicklung auf Basis des Capability-Ansatzes) ist ein internationales Forschungsprojekt, dessen Ziel es ist, das theoretische Konzept nachhaltiger Entwicklung zu überdenken und zu reformulieren. Dabei soll der Fokus stärker auf Aspekte wie Gerechtigkeit (innerhalb der jetzt lebenden Generationen, aber auch zwischen Generationen), Bedürfnisse und Wohlbefinden gelegt werden, um Menschen emotional anzusprechen und ihnen zu zeigen, dass nachhaltiges Verhalten besonders im gemeinschaftlichen Kontext gut tun kann.

SERI untersucht in einer Fallstudie in Graz die praktische Anwendung dieser neuen Konzeption. Die Fallstudie beschäftigt sich mit dem Aufbau eines alternativen Tauschsystems (z.B. Zeitbank, Tauschkreis Regionalwährung) und die Auswirkungen einer solchen Initiative auf das alltägliche Leben der NutzerInnen. Aufbauend auf einer Analyse von Good Practice Beispielen alternativer Tauschsysteme und ExpertInneninterviews werden in Graz eine Stakeholderanalyse und Workshops zur Entwicklung des alternativen Tauschsystems durchgeführt. Durch das alternative Tauschsystem soll nicht nur eine nachhaltige Lebensqualität und das Sozialkapital (soziale Beziehungen auf verschiedenen Ebenen) der NutzerInnen steigen, sondern auch ihr Denken in globalen und generationenübergreifenden Zusammenhängen gefördert werden.

Im Zuge des Forschungsprojekts „BENE – Bürger-Engagement für Nachhaltige Energie“ (Laufzeit März 2010 – Februar 2012) wurde untersucht, wie bürgerschaftliches Engagement im Energiebereich entsteht und wie es unterstützt und gefördert werden kann. Ziel war es, Strategien zur weiteren Verbreitung von Initiativen für eine nachhaltige Energienutzung zu entwickeln. In diesem Zusammenhang fand im September 2011 eine sog. „Zukunftswerkstatt“ statt – ein Workshop mit neun BürgerInnen, der sich der Frage widmete, wie die Ökoregion Kaindorf mehr Menschen in der Region für einen freudvollen und dennoch umwelt- und energiebewussten Lebensstil begeistern kann. Gemeinsam wurden konkrete Projektvorschläge entwickelt und zum Abschluss Vorstandsmitgliedern der Ökoregion Kaindorf präsentiert. So wurde zum Beispiel die Idee geboren, im Rahmen von Stammtischen verschiedenste Ideen und Fragestellungen zu diskutieren oder eine Jugendgruppe zu unterstützen, die sich der Themen der Ökoregion annimmt.

SERI wird im Laufe des Jahres 2012 die Angebote für Gemeinden verstärken und wird weitere Gemeinden bei „LebensKlima“-Prozessen begleiten. Unser Methodenrepertoire zur BürgerInnenpartizipation gekoppelt mit dem Wissens- und Erfahrungsschatz der Nachhaltigkeitsforschung möchten wir nutzen, um in möglichst vielen Vorreitergemeinden höhere Lebensqualität mit geringerem Ressourcenverbrauch zu koppeln.

Webtipps:

www.lebensklima.at – SERIs Website zu den LebensKlima-Projekten

www.partizipation.at – Methodensammlung zur partizipativen Arbeit

www.incontext-fp7.eu – EU-Forschungsprojekt InContext

www.geneca.ufz.de – Projekt GeNECA: Gerechte nachhaltige Entwicklung auf Basis des Capability-Ansatzes

www.bene-projekt.at – Projekt BENE – Bürger-Engagement für Nachhaltige Energie

Mission Report

World Resources Forum

Der globale Klimagipfel, der kürzlich in Durban in Südafrika stattfand, brachte nur sehr bescheidene Fortschritte in Richtung eines wirksamen Klimaschutzvertrages auf weltweiter Ebene. Die zähen Verhandlungen zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern zeigten, wie schwierig es ist, sehr unterschiedliche nationale Interessen unter einen internationalen Hut zu bringen. Doch die gegenwärtigen ökologischen Herausforderungen gehen weit über das Klimathema hinaus. Es geht um die langfristige Sicherung der Nahrungsgrundlage der Menschheit, um das Beenden der massiven Verschwendung von wertvollen Rohstoffen und um eine dramatische Erhöhung der Öko-Effizienz in Bereichen wie Energieversorgung, Transport und Infrastruktur. Auf den Punkt gebracht: es geht um die Notwendigkeit, ein gutes Leben für derzeit bereits über 7 Milliarden Menschen – und für 9 oder 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050 – sicherzustellen und angemessenen materiellen Wohlstand für alle zu gewährleisten.

Dieser großen Themenbreite stellte sich das zweite World Resources Forum, das vom 18. bis zum 21. September in Davos stattfand. Über 400 TeilnehmerInnen aus mehr als 40 Ländern präsentierten und diskutierten neue Erkenntnisse und Lösungsvorschläge für die großen ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Das Forum war weit mehr als eine wissenschaftliche Konferenz, sondern eine Plattform für einen Austausch zwischen politischen EntscheidungsträgerInnen aus EU Ländern und der Europäischen Kommission, VertreterInnen von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen sowie WissenschafterInnen.

Die Themen Ressourcennutzung und Ressourceneffizienz sind Schwerpunktthemen am SERI. Daher war gleich ein 5-köpfiges SERI Team in Davos präsent: Fritz Hinterberger, Stefan Giljum, Stephan Lutter, Julia Haslinger und Martin Bruckner präsentierten unsere neuesten Ergebnisse und Aktivitäten vor einem breiten Publikum. Diese Aktivitäten sind unter anderem:

  • die Einrichtung eines Netzwerkes für Materialeffizienzstudien auf Produkt-, Unternehmens- und Länderebene gemeinsam mit dem Wuppertal Institut in Deutschland („Material Footprint Network“)
  • ein neues System an Ressourcenindikatoren, das SERI und das Institut für Soziale Ökologie in Wien für die Europäische Kommission erarbeiteten, oder
  • erste Ergebnisse einer globalen Studie, die sich mit dem Ressourcenverbauch in allen Ländern und Weltregionen beschäftigt und die wir im Zusammenhang der Rio+20 Konferenz im nächsten Frühling der Öffentlichkeit präsentieren werden.

Ein Highlight für uns als SERI ForscherInnen war, dass ein Vertreter der Europäischen Kommission in Davos die wichtigste politische Strategie der EU im Bereich der Ressourceneffizienz für die kommenden Jahre präsentierte: den so-genannten „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“. In diesem „Fahrplan“ sind die zentralen politischen Maßnahmen gelistet, die bis zum Jahr 2020 eine deutliche Steigerung der Öko-Effizienz in Europa sicherstellen sollen. SERI wurde dabei als ein wichtiges Institut genannt, das Vorschläge zu dieser Strategie erarbeitete. Unser gemeinsam mit der NGO „Friends of the Earth“ erarbeiteter Vorschlag, wie Ressourcennutzung in Europa umfassend gemessen werden sollte, findet sich in dem neuen EU Dokument wieder. Bei diesem Vorschlag spielen sowohl der Materialverbrauch als auch die Themen Wasser- und Landnutzung eine wichtige Rolle sowie als vierte Säule das Thema Energieverbrauch und Klimawandel. Dieser Erfolg zeigt, dass auch kleine Institute wie SERI einen maßgeblichen Einfluss auf Europäische Politikprozesse nehmen können.

In Davos waren auch viele VertreterInnen von multinationalen Konzernen anwesend, wie etwa von Hewlett Packard oder vom Agro-Riesen „syngenta“. Sie präsentierten ausführlich die Anstrengungen ihrer Unternehmen in Richtung Erhöhung der Ressourceneffizienz und mehr Nachhaltigkeit. So perfekt die Präsentationen auch gestaltet waren, es wurde auch deutlich, dass das Thema Ressourceneffizienz als Strategie betrachtet wird, langfristiges Unternehmenswachstum zu sichern und neue Kundenschichten zu erobern. Doch eine entscheidende Frage, die eine Teilnehmerin aus dem Publikum stellte, konnte keine/r der UnternehmensvertreterInnen beantworten: wie kann langfristig ein Unternehmensmodell aussehen, dass nicht nur auf Effizienzerhöhung abzielt, sondern tatsächlich auf eine absolute Reduktion der eingesetzten natürlichen Ressourcen im Sinne einer Suffizienz abzielt? Kann ein solches Modell überhaupt funktionieren, wenn die Wirtschaft insgesamt weiterhin auf Wachstum und Profitmaximierung ausgerichtet ist?

Diese und weitere zentrale Fragen für die Erreichung einer nachhaltigeren Welt bleiben wohl bis zum nächsten World Resources Forum offen. Dieses wird im Oktober 2012 in Peking stattfinden.

Aus unserer Werkstatt

Briefing Sheets zum Thema “Klimaschutz und Verteilung”

Im folgenden finden Sie ein Briefing-Sheet, welches das integrierte Umwelt-Wirtschaft-Energie-Modell “e3.at” erklärt und zwei Briefings Sheets aus der Serie zum Thema “Klimaschutz und Verteilung”. Diese Serie wurde im Rahmen des Projektes KONSENS erstellt. In KONSENS wurden Verteilungswirkungen von unterschiedlichen energie- und klimapolitischen Maßnahmen mithilfe des von „e3.at“ analysiert.

Klimaschutz und Verteilung

Möglichkeiten zur Mitarbeit

Mitarbeit am SERI

Die breiten Themenbereiche und die besondere SERI-Kultur sprechen jährlich engagierte junge Leute an.

Es ist möglich, SERI via Werkvertragsarbeit kennenzulernen. Zumeist erstrecken sich die Projekte über einen Zeitraum von 3 Monaten.

Bei Interesse melde dich bitte mit kurzem Motivationsschreiben (inhaltlichem Interesse) und Lebenslauf bei Petra Gölli (petra.goelli@seri.at).

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Highlight: Ernährung


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